München Auf die Pedale, fertig, los: Die Finalisten des Radlstars

8 von 20: Bis zum 12. Juni können die Münchner abstimmen. Foto: Martha Schlüter

MÜNCHEN - Beim Streetlife-Festival werden die Kandidaten des mit 4000 Euro dotierten Titels präsentiert.Leopold- und Ludwigstraße verwandeln sich für zwei Tage in eine gut besuchte Flaniermeile

 

Weltenbummler, Tourenradler, Philosophin oder Anfängerin: Die 20 Finalisten für den Radlstar der Stadt München stehen fest. Gestern präsentierten sich einige von ihnen auf dem Streetlife-Festival am Odeonsplatz. Und die Aktion am Siegestor zeigt: Egal, welches Alter, welcher Beruf, welches Hobby – Radeln verbindet.

Das musste auch Amelia Mboni lernen, als sie vor sechs Jahren aus Uganda nach Deutschland zog. „Ich war davor noch nie auf einem Fahrrad gesessen“, sagt die heute 29-Jährige. Eine Tante schenkte ihr das Rad – mittlerweile strampelt Amelia täglich zur Arbeit, zu Freunden, am Wochenende zum Starnberger See. Auf einer ihrer Touren entdeckte sie auch den Aktionsstand der Stadt, der für den Radlstar warb – und ließ sich fotografieren. „Nur mit dem Helm war es etwas schwierig“, sagt Amelia, die eine dichte Lockenfrisur trägt.

900 Bewerber hofften auf 4000 Euro Preisgeld

Während viele der 900 Bewerber zufällig auf den Radlstar stießen, wollten einige ganz gezielt an der Aktion teilnehmen. So auch Andy Weinzierl. Freunde machten den 15-Jährigen auf den Wettbewerb aufmerksam – jetzt hofft der Tourenradler auf den Hauptgewinn von 4000 Euro. „Damit würde ich in den Sommerferien quer durch Deutschland nach Berlin radeln“, sagt der Schüler, der schon nach Paris, Wien und Mailand gestrampelt ist.

Alleine mit dem Radl durch Europa, das hat der 61-jährige Peter „Robinson“ Block bereits hinter sich: Dreieinhalb Jahre fuhr er über 20000 Kilometer durch die Welt – bis er sich in eine Münchnerin verliebte. „Wer sich bindet, sollte zusammen radeln“, sagt Block, „da zeigt sich, ob jemand kämpft und wie er das Leben sieht.“

Nach dem Gottesdienst ging's zum Fotoshooting

Das Radeln die Weltsicht verändert, bestätigt auch die Philosophin Renée Fabbiocchi. Die Italienerin zog vor über 20 Jahren nach München und radelt seitdem durch die Stadt. Den Stadt-Wettbewerb entdeckte sie nach dem Gottesdienst in der Theatinerkirche. „Ich war neugierig", erinnert sich die 53-Jährige.

Aufregendes gab es auf dem Streetlife-Festival auch neben den Radlstar-Finalisten zu sehen: Trotz einiger Schauer flanierten zahlreiche Münchner über die sonst stark befahrene Ludwig- und Leopoldstraße. Zu Sambaklängen tummelten sich viele um die Charivari-Bühne, ließen sich zwischen den Essensständen treiben. Auch Musiker, Akrobaten und Hüpfburgen kamen gut an.

Wählen Sie mit: Bis zum 12. Juni können Sie unter www.radlhauptstadt.de den Radlstar wählen.

Anne Kathrin Koophamel

 

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