München 411 neue Lehrer in München - der Integration zuliebe

411 neue Lehrerstellen: Den Freistaat kostet das im Jahr rund 20 Millionen Euro Foto: dpa

Bayern teilt Klassen mit hohem Ausländeranteil auf.In München sind es 108. Die Schulen melden schon erste Erfolge.

 

MÜNCHEN Schulklassen mit bis zu 90 Prozent ausländischen Kindern: Das ist an einigen Schulen in München durchaus der Normalfall gewesen. Nicht einfach für Lehrer und Kinder. Inzwischen steuert der Kultusminister gegen. Klassen mit mehr als 50Prozent ausländischen Schülern dürfen nicht mehr als 25 Kinder haben. Das gilt seit einem Jahr. Seitdem wurden allein an Münchner Grund- und Hauptschulen 108 zusätzliche Klassen eingerichtet, bayernweit waren es 401. „Nur Bildung garantiert den erfolgreichen Weg in die Mitte der Gesellschaft“, begründet Kultusminister Spaenle (CSU) das Integrationsprojekt.

„Das ist eine der wenigen Sternstunden in meinem schulischen Leben“, schwärmt ein Münchner Grundschulrektor. Er ist an einer der Schulen, an denen der Anteil der ausländischen Schüler bei über 50 Prozent liegt. Seitdem könne an den Brennpunktschulen entspannter unterrichtet werden.

Für die 401 zusätzlichen Klassen wurden nach Auskunft des Kultusministeriums seit dem Schuljahresbeginn 2009 bisher 411 neue Lehrerstellen besetzt. Den Freistaat kostet das im Jahr rund 20 Millionen Euro. Die 401 Klassen verteilen sich unter anderem so: In Oberbayern sind es 131, davon sind 108 in München, 20 in Ingolstadt und drei in Rosenheim. In Nürnberg sind es 52, Augsburg 50, Regensburg10, Fürth 21, Kempten 14, Schweinfurt 10.

Das betrifft Grund- und Hauptschulen. An Realschulen und Gymnasien gebe es keine Klassen, mit mehr als 50 Prozent ausländischen Kindern.

Einer der Nutznießer ist die Toni-Pfülf-Hauptschule im Münchner Norden. „Wir haben erfreulich kleine Klassen, und das erleichtert uns allen die Arbeit“, so Schulleiter Clemens Hauck. Es sei für alle ein angenehmeres Arbeiten. Der Ausländeranteil an seiner Schule: 60 Prozent.

So bleibe für jeden Schüler mehr Zeit. „Es ist schon ein großer Unterschied, ob ein Lehrer 30 Aufsätze korrigieren muss, die kaum lesbar sind oder nur 13.“ So könnten die Schüler wesentlich besser gefördert werden. An seiner Schule hat er zwei fünfte Klassen mit je 13 Schülern, zwei sechste mit je 14 und zwei siebte Klassen mit 16 und 14Kindern.

„Der Erfolg zeigt sich auf der ganzen Bandbreite“, berichtet ein Rektor: „Er zeigt sich an besseren Noten und am besseren Befinden von Lehrern und Kindern.“ Willi Bock

 

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