Müllvermeidung im Supermarkt Plastiktüten abgeschafft: Das ist die letzte Tüte bei Rewe

Plastik ade: Kommunalreferent Axel Markwardt und Rewe-Marktchef Jörg Löffler lassen die letzte Plastiktüte übers Band laufen. Foto: Daniel von Loeper

Als erste große Supermarktkette verbannt Rewe Tüten aus Kunststoff aus ihren Filialen. Pro Jahr sollen so 140 Millionen Plastiktüten eingespart werden.

 

München - Das war’s: Langsam rollt sie übers Warenband heran, gleitet über den Scanner und bleibt hinter der Kasse liegen. Die letzte Plastiktüte des Rewe-Supermarkts hat den Markt verlassen. Künftig setzt die Supermarktkette auf Baumwolltragetaschen, recycelte Permanent-Taschen, Kartons und Papiertüten. Sie ist natürlich vor allem symbolisch, die feierliche Verabschiedung der letzten Plastiktüte gestern im Rewe am Rosenkavalierplatz in Bogenhausen. Axel Markwardt, Kommunalreferent und damit zuständig für den Abfallwirtschaftsbetrieb, freut sich trotzdem: „Wir hoffen, dass das einen positiven Nachahmereffekt gibt.“

Müll- und vor allem Plastikvermeidung sei ein Thema, mit dem die Stadt den Einzelhandel schon seit zwei Jahrzehnten beackere. Kein Wunder, immerhin verbrauchen EU-Bürger pro Kopf und Jahr 200 Plastiktüten. Die München sind da mit 71 Tüten deutlich sparsamer. „Die Münchner Bevölkerung ist da Speerspitze“, sagt Markwardt, trotzdem: 71 Tüten sind eben immer noch 71 Tüten, die sich vermeiden lassen.

Gut also, findet der Kommunalreferent, dass die Supermarktkette auf die Stadt zugekommen ist.

Jörg Löffler, Rewe-Marktleiter am Rosenkavalierplatz, sagt, dass es dem Konzern vor allem um Nachhaltigkeit gehe. Deshalb jetzt Papiertüten für 10, beziehungsweise 20 Cent, statt Plastiktüten. Deutschlandweit habe man bislang 140 Millionen Kunststoffbeutel verkauft, die fallen nun weg.

Es soll aber noch weiter gehen: „Im Moment überlegen wir, Obst und Gemüsebeutel zu ersetzen“, sagt Löffler. Ob mit Papiertüten oder durch andere Alternativen sei noch nicht entschieden. Es gehe auch darum, Zulieferer zu finden, die die gewünschten Beutel liefern können.

Am ökologischsten ist es ohnehin, seinen eigene Tasche zum Einkauf mitzubringen. Kommunalreferent Markwardt ist dafür jedenfalls gerüstet: „Ich habe immer zwei bis drei Baumwolltaschen im Auto liegen – falls ich mal spontan einkaufen gehe.“

 

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