Müller-Brot-Prozess Streit um Beweisfotos entfacht

Im Prozess um die Großbäckerei Müller müssen sich drei ehemalige Manager verantworten. Foto: dpa

Es gibt große Differenzen zwischen Verteidigern und Sachverständigen im Müller-Brot-Prozess. Die entscheidende Frage lautet: Was ist wirklich auf den Bildern zu sehen?

 

Landshut - Gleich mehrere Lebensmittelkontrolleure haben gestern vor dem Landgericht Landshut zu den Hygienemängeln bei Müller-Brot ausgesagt. Anhand von Bildern haben sie erklärt, welche Zustände sie bei ihren Kontrollen vorfanden.

Auch ehemalige Mitarbeiter der Bäckerei waren als Zeugen geladen. Dabei kam es zu Differenzen. Zeugen und Verteidiger waren anderer Meinung als die Sachverständigen, die Lebensmittelkontrolleure des Landratsamtes Freising. Wie der „Bayerische Rundfunk“ berichtet, wurde bereits über die ersten beiden Beweisfotos weit über eine Stunde lang gestritten. Man war sich nicht einig darüber, was die Bilder tatsächlich zeigen. Zum Beispiel wurde über die Art und Farbe von Ablagerungen in einem Tank diskutiert.

Eines aber ist klar: Bereits seit 2009 gab es immer wieder Hygienemängel in der Neufahrner Großbäckerei. Waren wurden zurückgerufen, Produktionslinien vorübergehend geschlossen und Bußgelder verhängt. Der Betrieb war mehrmals dazu aufgerufen worden, die Mängel zu beseitigen. Ohne Erfolg. 2012 wurde die Produktion eingestellt, weil immer wieder Ungeziefer und Mäusekot in den Produktionshallen gefunden wurden. Müller-Brot war insolvent.

2014 hatte dann die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei frühere Geschäftsführer erhoben. Der Vorwurf: Insolvenzverschleppung, Untreue und Betrug. Denn obwohl das Unternehmen zahlungsunfähig war, sollen die Angeklagten noch Bestellungen bei anderen Firmen abgegeben haben. Außerdem wurden Lebensmittel verkauft, die nicht zum Verzehr geeignet waren.

 

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