Mühsame Berechnung der Beitragszeiten Rente mit 63: Auszahlung kann sich verzögern

Bei der Rente mit 63 werden Zeiten der Arbeitslosigkeit mitgerechnet. Nur ist es für die Rentenversicherung schwierig, an die Daten zu kommen. Auch bei der Mütterrente gibt's Verzögerungen.

 

Berlin - Bei der Auszahlung der Rente mit 63 und der Mütterrente kann es zu Auszahlungsverzögerungen kommen. Davor warnt die Deutsche Rentenversicherung. Bei der Rente mit 63 kann es daran liegen, dass Angaben zu Zeiten der Arbeitslosigkeit fehlen, sagte Rentenversicherungs-Präsident Axel Reimann der „SZ“.

Bei der Mütterrente hängt die Verzögerung mit der hohen Zahl der Betroffenen zusammen.

Die Rentenversicherung gehe davon aus, „dass etwa zwei Drittel der Antragsteller die nötigen 45 Beitragsjahre ohne Zeiten der Arbeitslosigkeit nachweisen können“, sagte Reimann. „In diesen Fällen dürfte alles reibungslos klappen.“

Beim restlichen Drittel können aufwändige Recherchen nötig werden, um herauszufinden, wann genau und wie lange die Arbeitnehmer arbeitslos waren. Um die Daten zu bekommen, sei die Behörde auf die Mithilfe der Versicherten und auch der Krankenkassen angewiesen. „All das kann eine Zeit dauern, die Renten werden dann rückwirkend ausgezahlt.“

Wer den Rentenbescheid zeitnah erhalten wolle, sollte den Antrag so schnell wie möglich an den zuständigen Rentenversicherungsträger schicken. Bisher sind rund 6000 Anträge eingegangen.Die Bundesregierung geht davon aus, dass dieses Jahr etwa 200.000 Pflichtversicherte die Rente ab 63 beanspruchen werden. Rund 40.000 freiwillig Versicherte könnten hinzukommen.

Die 9,5 Millionen Frauen, die schon Rente bekommen und von der Mütterrente profitieren sollen, bittet die Behörde um etwas Geduld. Das wird auch deshalb länger dauern, weil bei einer gewissen Zahl von Fällen neu zu ermitteln ist, wie der Zuschlag zum Beispiel auf die Hinterbliebenenrente anzurechnen ist", sagte Reimann.

Voraussichtlich im dritten Quartal soll der Großteil der Fälle abgeschlossen werden, bis Ende des Jahres wolle man komplett fertig sein. 

"Die Mütter und die wenigen Väter bekommen dann nachträglich den Zuschlag für die Vormonate ausgezahlt." Wer aber jetzt neu in Rente gehe, könne schon bei der ersten Auszahlung im Juli von den höheren Leistungen für die Kindererziehungszeiten profitieren.

 Reimann übte auch Kritik am Rentenpaket. Vielen sei nicht klar, dass die Verbesserungen bei der Mütterrente sowie die Rente ab 63 nicht nur die Beitragszahler belaste, sondern auch die Rentner selbst. Denn das Rentenpaket verändere einzelne Faktoren bei der Rentenanpassung.

Dadurch würden Rentner bis zum Jahr 2030 eine um 1,6 Prozent niedrigere Standardrente bekommen als ohne die Reform. Das seien etwa 20 Euro weniger pro Monat für den Standardrentner.

Mehr Informationen finden Sie auch auf der AZ-Themenseite zur Rente

 

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