Mordversuch Frau verbrüht und mit Küchenmesser attackiert

Geständig: Abdul R. mit seinemAnwalt Alexander Eckstein. Foto: jot

Abdul R. (31) greift seine Lebensgefährtin vor den Augen des Sohnes (2) an und verletzt sie schwer. Jetzt steht er vor Gericht.

 

München - Ihre Aussage vor dem Landgericht wird oft durch heftiges Schluchzen unterbrochen. Keine Frage, Goda C. (32, Namen geändert) scheint weiter heftig an den psychischen Folgen der Attacke ihres damaligen Lebensgefährten zu leiden. Auch der kleine Sohn (2) – das Paar hat insgesamt drei Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren – hat die Attacke auf die Mutter miterleben müssen. Auch er leidet bis heute, erklärt das Opfer im Zeugenstand.

Abdul R. (31) ist geständig. Der Streit hatte sich an diesem 15. April 2015 an einem Telefonat entzündet in der Giesinger Wohnung der Familie entzündet. Goda C. telefonierte mit ihrer Freundin in Pforzheim.

Eine Freundschaft, die dem Küchenhelfer schon länger ein Dorn im Auge war. Er machte die Freundin in Baden-Württemberg dafür mitverantwortlich, dass sich das Giesinger Paar in den Wochen und Monaten vor dem Angriff immer weiter voneinander entfernt hatte.

Als sich die beiden kennenlernten und zusammenzogen – erst im Hannover, dann in München – legte der Muslim Wert darauf, dass die Frau seine Glaubensgrundsätze beachtete. Das tat diese am Anfang auch. Doch als die Liebe nachließ, begann Goda C. sich wieder mehr um ihr Aussehen zu kümmern. Und sie begann gegen einzelne Regeln ihres Lebensgefährten zu verstoßen.

Eine Woche vor dem blutigen Streit war Goda C. mit den beiden älteren Kindern nach Pforzheim gefahren, um ihre Freundin zu besuchen. Dabei soll sie die Kinder auch mal allein gelassen haben, die in dieser Situation Angst ausgestanden hätten. Das erklärt Ali R. über seinen Anwalt Alexander Eckstein.

„Ich werde dich verbrennen“

Den Tathergang schildern der Angeklagte und sein Opfer weitgehend übereinstimmend. Am Morgen des 15. April kam es demnach zum Streit, als die beiden Frauen wieder miteinander telefonierten. Abdul S. drohte seiner Partnerin damit, ihr „die Fresse zu verbrennen“. Er verließ das Wohnzimmer. Goda C. ahnte nichts Böses und telefonierte einfach weiter.

Abdul R. brachte in der Küche Wasser zum Kochen und ging mit dem Kocher dann zurück ins Wohnzimmer. Mit den Worten „Ich werde dich verbrennen“ schüttete er das heiße Wasser auf sein Opfer. Der kleine Sohn, der neben ihr lag, wurde von der Mutter reaktionsschnell mit einer Decke geschützt. Die Frau erlitt jedoch Verbrühungen auf einem Viertel ihrer Körperoberfläche.

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Der Zorn des Mannes war damit aber noch nicht verflogen. Er schlug die Fliehende, zog sie an den Haaren und versetzte ihr mit einem Küchenmesser einen wuchtigen Stich in den Oberkörper. Dann erst gelang Goda C. die Flucht aus der Wohnung. Ihre schweren Verletzungen wurden zwar im Krankenhaus versorgt. Aber: „Es sticht immer noch beim Atmen“, sagt sie.

 

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