Mordprozess in München Feringasee: Jetzt spricht die Geliebte des Täters

Der Angeklagte (links) hat gestanden, seine Lebensgefährtin Beatrice F. vor einem Jahr getötet zu haben, spricht aber von einem "schrecklichen Unglück". Foto: jot

Die 27-Jährige stand vor der Haustür, als Beatrice F. umgebracht wurde. "Ich habe mehrmals geklingelt und an der Tür geklopft", übersetzt die Englisch-Dolmetscherin ihre Aussage.

München - Was verbirgt sich hinter der Kellertür? Diese Frage stellte sich Margareta R. beim Besuch ihres neuen Freundes in Bogenhausen.

Die Estin hatte am Abend zuvor einen Schrei gehört als sie vor der Haustür stand. Und davor einen lauten Schlag – als ob jemand gegen eine Wand gekracht sei. Das berichtet die junge Estin Margareta R. (27) am Donnerstag im Prozess gegen Konstantin V., ihren ehemaligen Freund.

Der 33-Jährige hat gestanden, seine Lebensgefährtin Beatrice F. vor einem Jahr getötet, die Leiche der 35-Jährigen am Feringasee verbrannt zu haben. Staatsanwalt Laurent Lafleur glaubt an Mord, der Angeklagte spricht von einem "schrecklichen Unglück".

Margareta R.: Ihr Misstrauen war geweckt

Margareta R., die in Prag lebt und dort im Frühling 2017 auch Konstantin V. kennenlernte, schildert, dass sie ihren Geliebten im September 2017 in München besuchte und in dessen Haus übernachtete. Als sie dort Frauensachen vorfand, erklärte ihr der 33-Jährige, dass seine Ex-Freundin vor einem Jahr bei einem Autounfall gestorben sei. Er habe sich bislang nicht von ihren Sachen trennen können.

Margareta R. schluckte das, ihr Misstrauen war aber geweckt. Insbesondere als Konstantin V. am 8. September abends einen Anruf erhielt und sagte, dass er dringend nach Hause müsse. Er rannte heim, sie folgte ihm. Und stand dann vor verschlossener Tür.

"Ich habe mehrmals geklingelt und an der Tür geklopft", übersetzt die Englisch-Dolmetscherin ihre Aussage. "Dann hörte ich eine Frau schreien, und dann bin ich weggerannt." Es sei ein "Schmerzensschrei" gewesen.

Margareta R. bestätigt: Das Paar hatte gemeinsame Pläne

Ihr Freund habe ihr später erzählt, eine Ex-Freundin sei bei ihm gewesen und habe ihn attackiert. Deshalb die Verletzungen am Hals und an den Händen. Was Margareta R. nicht ahnte: Ihr Freund hatte die Leiche seines Opfers zunächst im Keller deponiert. Sie habe angesichts der Kellertür so ein seltsames Gefühl gehabt. Ihn danach zu fragen, habe sie aber nicht gewagt.

Als der Vorsitzende Richter Michael Höhne anschließend die in englisch verfassten Liebesbriefe von Konstantin V. an Margareta R. übersetzen lässt, protestiert die Zeugin. Das sei doch privat und gehe die Öffentlichkeit nichts an. Doch die Liebesbeteuerungen des Angeklagten zeigen, dass der 33-Jährige tatsächlich, wie in der Anklage behauptet, ein neues Leben mit der jungen Frau aus Prag anfangen wollte.

Margareta R. bestätigt, dass das Paar Pläne hatte, gemeinsam nach Amsterdam zu ziehen. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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