Mord-Prozess Rudolf U. leidet an Diabetes: Gefährlich sind die Folgen

Rudolf U. wird nach den tödlichen Schüssen im Amtsgericht von Dachau von Polizisten abgeführt Foto: Christian Chymyn, dapd

Rudolf U. (55) ist zuckerkrank. Für den Angeklagten eine tödliche Bedrohung

 

MÜNCHEN/DACHAU - Volkskrankheit Diabetes: Rudolf U. ist einer von sechs Millionen zuckerkranken Deutschen. Tendenz steigend. Gefährlich sind bei der Stoffwechselerkrankung Diabetes vor allem die schleichenden Folgen. Eine dauerhafte Überzuckerung des Blutes führt zu Gefäßschädigungen. Die möglichen Folgen: Bluthochdruck, Erblinden, Herzinfarkt, Schlaganfall oder das diabetische Fußsyndrom bis hin zur Amputation von Armen oder Beinen, so wie bei dem mutmaßlichen Staatsanwalt-Mörder.

Mutwillig den eigenen Tod herbeiführen? Das ist bei Diabetes in beiden Richtungen möglich: mit zu viel oder zu wenig Zucker im Blut. Wer viele Kohlenhydrate isst, aber nicht dementsprechende Mengen an Insulin (ein Hormon, das die Glukose-Konzentration im Blut reguliert) spritzt, gerät als Diabetiker in den Überzucker (Hyperglykämie), da die eigene Bauchspeicheldrüse nicht genügend beziehungsweise gar kein Insulin produziert.
Das diabetische Koma ist bei Überzuckerung die schwerste Entgleisung – und lebensgefährlich. Ein solches Koma kann zum Beispiel durch Infekte oder bei insulinspritzenden Diabetikern durch fehlerhaftes Insulin oder den Ausfall der Insulinpumpe verursacht werden.

Aber auch zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) stellt eine akute Gefahr dar. Bei Insulin-Überdosierung oder bei einer zu geringen Nahrungsaufnahme bekommt der Körper zu wenig Glukose. Je nach Schwere der Hypoglykämie reichen die Symptome dann von leichten Beeinträchtigungen (Schweißausbruch, Kopfschmerzen, Zittern) bis zur Bewusstlosigkeit. 

 

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