Mord in der Isarvorstadt Blutiges Familiendrama: Mann ersticht Ex-Schwägerin

Tragisches Eifersuchtsdrama: Ein 38-jähriger (links oben) tötet seine Schwägerin (rechts unten), weil er sie für die Trennung von seiner Frau verantwortlicht macht. Foto: AZ

Der Bulgare gibt der 28-Jährigen die Schuld daran, dass seine Ehe gescheitert ist. Am Sonntagabend sticht er sie auf der Straße nieder.

 

München - Blutiges Ende eines jahrelangen Familiendramas. Ein 38-Jähriger hat seine Ex-Schwägerin (28) in der Isarvorstadt am Sonntagabend auf offener Straße erstochen. Der Arbeiter gab ihr die Schuld daran, dass ihn seine Frau mit den beiden Kinder verlassen hat.

Angel R. wollte die hübsche Snezhana K. nicht aufgeben. Als Mädchen mit 14 Jahren hatte sie ihn kennengelernt und geheiratet. Deshalb war die Ehe nach deutschem Recht auch nicht gültig. 2013 gab sie ihm den Laufpass, weil er sie immer wieder geschlagen und mit seiner Eifersucht tyrannisiert hat.

Täter wurde bereits mit Haftbefehl gesucht

Zwei Mal zeigte sie ihn wegen häuslicher Gewalt an. „Er hat sogar ihre Kinder Georg und Raya nach Bulgarien entführt“, berichtet ein Freund. Snezhana klagte in ihrer alten Heimat vor Gericht und bekam das Sorgerecht zugesprochen. Gegen Angel R. erging nach einem erneuten Übergriff ein Kontaktverbot. Doch der 38-Jährige, der als Arbeiter in der Großmarkthalle jobbt, hielt sich nicht dran. Zuletzt wurde er deshalb sogar per Haftbefehl von der Polizei gesucht.

Seine Ex-Frau (26) arbeitet in einem Pizza-Lieferservice in der Thalkirchner Straße. „Mit einer Flasche Bier in der Hand lungerte er nachts um 23 Uhr vor dem Lokal herum“, erzählt ein Kollege. Am Samstag vor einer Woche war das. An dem Abend war nicht viel los, deshalb ging Snezhana eine Stunde früher nach Hause. Das hat der zweifachen Mutter vermutlich das Leben gerettet.

Am Sonntagabend kommt Angel R. zurück. Wieder lauert er in der Nähe des Lokals. Etwa zur selben Zeit schaut Diana K. vorbei, um ihre Nichte Raya (6) bei der Mutter abzuliefern. Die will bald Feierabend machen.

Angel R. stach sofort zu

Kurz vor 20 Uhr verlassen Diana K. und ihr Freund das Lokal. Sofort stürzt sich Angel R. auf seine Ex-Schwägerin. Eine Nachbarin hört, wie es auf der Straße zu einem Streit kommt. „Du bist schuld, dass wir getrennt sind“, brüllt Angel R. laut Zeugen. Dann schreit eine Frau voller Angst um Hilfe. Der Bulgare zieht ein Messer. „Der Täter hat sofort zugestochen“, berichtet Kriminaloberrat Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission.

Ihr Freund versucht, Diana K. zurück zum Lokal zu bringen. Doch die 28-Jährige bricht am Gehweg zusammen.

Snezhana K. läuft vor das Lokal. Sie sieht ihre Schwester am Boden liegen. „Sie hat geschrienen, wir sollen sofort den Notarzt rufen“, berichtet ein Kollege. Diana K. kommt auf die Intensivstation. Doch sie hat bereits zu viel Blut verloren. Die 28-Jährige stirbt wenig später.

Angel R. gelingt zunächst die Flucht. Die Polizei nimmt ihn am Montagmorgen auf dem Gelände der Großmarkthalle fest. Staatsanwalt Peter Preuß: „Wir beantragen Haftbefehl wegen Mordes.“

 

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