Monatelanges Martyrium Er schnürte seine Katzen zu Paketen: Brutaler Tierquäler gestellt

 Foto: Tierschutzverein Pfaffenhofen und Umgebung e.V.

Selbst die sonst so hartgesottenen Tierschützer haben so etwas noch nicht gesehen: Über Monate - vielleicht sogar Jahre - schnürten Paketbänder die Katzen Tina und Minka an Hals, Brust und Hinterleib ein. Ihr Besitzer wurde in eine Klinik eingewiesen. Der Tierschutzverein Pfaffenhofen nimmt sich jetzt den Katzen an.

 

Pfaffenhofen - Das lange Leiden von Tina und Minka endete nur durch Zufall – bei einer Fahrzeugkontrolle. Den Polizisten bot sich beim Blick in den Wagen ein Bild des Grauens: Die Rücksitze waren durch Kot und Urin völlig verdreckt. Zwischen verschimmelten Futterdosen lagen die beiden Katzen – verschnürt wie Pakete! Die zwei waren mit Schnüren um Hals, Brust und Hinterleib zur Regungslosigkeit verdammt. Der 72-jährige Fahrer hatte sie zudem noch aneinander und an den Sitz gefesselt.

Wäre der Besitzer nicht durch seine auffällige Fahrweise ins Visier einer Polizeistreife geraten, hätte das Martyrium der Katzen vermutlich so schnell kein Ende gefunden. Die Paketbänder waren offenbar schon seit Monaten oder Jahren um die Tiere gewickelt. An manchen Stellen waren sie schon eingewachsen.

Besitzer: Es gefällt den Katzen ja offensichtlich

Der Besitzer versuchte sich bei der Kontrolle herauszureden, erklärte, "damit sie nicht in den Fußraum springen können". Er sei so oft unterwegs und wolle die Katzen deshalb nicht alleine lassen, schilderte er der Polizei bei der Kontrolle die Situation. Auch beim allabendlichen Gassigehen halte er die Katzen angebunden. Dass es ihnen so ja schließlich gefalle, habe er ihnen angesehen.

Zum Glück sah die Polizei das anders, beschlagnahmte die beiden Tiere und brachte sie in die Herberge des Tierschutzvereins Pfaffenhofen und Umgebung. Der Fahrer wurde noch am selben Abend mit einem Rettungswagen in das Klinikum Ingolstadt gebracht und befindet sich derzeit in Behandlung. Er machte auf die Polizisten einen sehr verwirrten Eindruck.

Tina musste nach ihrer Befreiung rund um den Hals genäht werden. Ihr Zustand war sehr schlecht. Neben den Verletzungen, die sie durch die Schnürungen erlitt, hatte sie Schwellungen im Bauchraum – möglicherweise Stauungen oder Geschwüre. Beide Katzen waren ziemlich verstört und Menschen gegenüber misstrauisch.

Minka muss eingeschläfert werden

Minka machte auf den ersten Blick einen besseren Eindruck – doch später stellten die Tierärzte eine unheilbare Nervenkrankheit fest: Feline Dysautonomie. Sie musste eingschläfert werden.

Zumindest für Tina gibt es ein Happy End: Sie gewöhnt sich langsam wieder an Menschen – schmust mit ihrer Pflegerin und beginnt sogar zu spielen. Sie soll in der Tierherberge bleiben. Die Tierschützer suchen aber noch Menschen, die bereit wären, eine Patenschaft für Tina zu übernehmen.


Paten können Pflegestellen bei den Futter- und Tierarztkosten für  schwerkranke oder sehr alter Tiere unterstützen. Auch Spenden für die Einrichtung helfen den Tierschützern.

  • Sparkasse Pfaffenhofen
  • IBAN: DE12 7215 1650 0000 0090 92
  • BIC: BYLA DEM1 PAF

Unsere Website: http://www.tierherberge-paf.de/

 

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