Mörder von Deisenhofen Die Polizei warnte sein Mordopfer vor ihm

In diesem Haus in Deisenhofen bei Maisach ist Dana Sch. († 67, kleines Bild) ermordet aufgefunden worden. Foto: Daniel von Loeper/ho/AZ

Gordana S. († 67) wusste von der Vergangenheit ihres Freundes. Doch Angst hatte sie keine – bis kurz vor ihrem Tod: Am Mordtag wechselte sie das Türschloss aus.

 

München/Deisenhofen - Die lebensfrohe Ex-Pharmareferentin und der verurteilte Frauenmörder – Gordana S. bezahlte ihre Liebe mit dem Leben.

Wie berichtet, wurde die 67-Jährige am Montag erwürgt im Bett ihres 1-Zimmer-Apartments in Deisenhofen (Kreis Fürstenfeldbruck) aufgefunden. Ihr Freund, der verurteilte Verbrecher Georg S. (65), sitzt unter Mordverdacht in U-Haft.

Wie die AZ erfuhr, war Gordana S. im Dezember 2015 von der Kripo im Rahmen einer "Gefährdeten-Ansprache" vor Georg S. gewarnt worden. Der gebürtige Straubinger war erst im August 2015 auf Bewährung aus der Sicherungsverwahrung entlassen worden.

1994 hatte der Installateur im Münchner Bahnhofsviertel einen Schriftsteller in einer Kneipe so schwer verletzt, dass dieser wenig später starb. Wegen Körperverletzung mit Todesfolge wurde Georg S. zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Im Januar 2000 wurde er erneut straffällig: Georg S. erwürgte seine Ex-Freundin Georgine W. Er bekam 13 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung wegen Totschlags.

Gordana S. wusste davon. Aber sie war über beide Ohren verliebt. Die beiden hatten sich beim Tanzen kennengelernt. Nach kurzer Zeit zog er zu ihr.

Die Warnung der Polizei nahm Gordana S. nicht ernst. Auch, dass ihre beiden erwachsenen Söhne den neuen Freund ablehnten und ihr verboten, ihn mitzubringen, beirrte sie kaum. Die 67-Jährige hielt ihren "Schorsch", der von Hartz IV lebte, aus und schien glücklich. Das änderte sich erst vor etwa drei Wochen.

"Sie lachte nicht mehr wie früher. Und sie sagte, sie hätte so Angst, ermordet zu werden", erzählt eine Freundin. Da in der Umgebung eingebrochen worden war, dachte die Freundin, Gordana S. habe Angst vor Einbrechern. Doch tatsächlich bekam sie nun wohl doch Angst vor Georg S.

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Am Donnerstag wurde Gordana S. von Nachbarn zum letzten Mal gesehen. Sie und Georg S. waren unabhängig voneinander unterwegs gewesen. Als er abends zurückkam, hatte sie das Türschloss am Hauseingang auswechseln lassen – ihr Todesurteil? Er konnte nicht mehr ins Haus. Eine Nachbarin ließ ihn jedoch hinein.

Am Freitag standen die Fenster in Gordana S.' Apartment weit offen. Dann wurden die Rollos heruntergelassen und blieben es das ganze Wochenende. Am Montag stellte sich Georg S. in der Kanzlei seines Anwalts der Polizei.

 

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