Mönchengladbach Favre plant Borussias Rettung

 Lucien Favre hat einen simplen Plan. "Präzise Arbeit ist nötig, damit wir unsere Ziele erreichen. Und schnell müssen wir sein", sagt der 53 Jahre alte Schweizer. Doch ob das reicht, um Borussia Mönchengladbach vor dem dritten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu retten?

 

Mönchengladbach Der neue Trainer des fünfmaligen deutschen Meisters kann es nicht garantieren. Fakt ist: Favre braucht mit seiner Mannschaft bei seinem Borussia-Debüt gegen Schalke 04 einen Sieg. Für Favre ist es eine Rückkehr auf Tabellenplatz 18. Als er am 28. September 2009 bei Hertha BSC entlassen wurde, waren die Berliner Schlusslicht. Auch Mönchengladbach ist ganz unten. Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf Relegationsplatz 16. "Wir haben noch zwölf Spiele und ein schwieriges Programm, aber wir werden uns wehren", meint Favre. Die Mannschaft müsse nur an ihre Möglichkeiten glauben.

Der 53-Jährige hat bei der "Mission impossible" die Chance, sich wieder in den Blickpunkt zu bringen. Denn dass er nach seinem Abschied bei Hertha BSC in einer privaten Pressekonferenz im Berliner Hotel Adlon mit seinem früheren Arbeitgeber abrechnete, schadete seinem Image. Rund 17 Monate musste er auf eine neue Anstellung warten, ehe er in Mönchengladbach wieder einen Vertrag bekam - bis 30. Juni 2013, gültig auch für die 2. Liga.

Am Dienstag, zwei Tage nach der Beurlaubung seines Vorgängers Michael Frontzeck, nahm Favre am Niederrhein seine Tätigkeit auf. In den Monaten davor studierte er den deutschen Fußball, verfeinerte seine Sprachkenntnisse. Sein Deutsch, Französisch angehaucht, ist gut. Und die Borussia-Profis kennt er nicht nur durch die ersten Einheiten: "Ich habe sie alle zumindest auf DVD gesehen."

Schnell und präzise will er arbeiten - und das erwartet er auch von seinen Spielern. "Wir dürfen dem Gegner keine Zeit geben, müssen in Ballbesitz dominant sein und intelligent auftreten", erklärt Favre. Fast ein wenig verlegen wirkt der Mann aus der französischen Schweiz, wenn er von seinen Eindrücken auf dem Trainingsplatz erzählt. Im Kreis seines Team tritt er vehementer auf: Wie ein Orchesterdirigent agiert er, unterbricht nahezu im Minutenrhythmus, weist die Spieler auf Fehler hin und versucht, sie aufzubauen.

Favre gestikuliert und kommuniziert. Er gilt als Taktiker. Es ist ihm förmlich anzusehen, wie die Denkprozesse in ihm reifen. Bis Sonntag will er auch das passende Spielsystem gefunden haben. "Wir probieren verschiedene Lösungen aus", sagt er. Die Anerkennung des kommenden Kontrahenten hat er schon. "Ich bin kein Freund von Trainerentlassungen. Aber andererseits bekommt eine Mannschaft dadurch auch manchmal neue Impulse. Ich halte Favre für einen guten Trainer, der in Mönchengladbach etwas bewirken kann", sagt Schalke-Coach Felix Magath.

Favre will für frischen Wind sorgen, auch mit Umbesetzungen. Torwart Logan Bailly, den Frontzeck im Oktober durch Christofer Heimeroth ersetzte, hofft auf eine Rückkehr in die Startelf. Ebenso Mittelfeldspieler Juan Arango, der zuletzt meistens auf der Bank saß.

 

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