Mit Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson Kino-Tipp: Die Tribute von Panem - Catching Fire

Die beiden Tribute des zwölften Distrikts, Katniss und Peeta, werden als glückliches Paar vorgeführt Foto: Studiocanal

Am Donnerstag läuft mit "Die Tribute von Panem - Catching Fire" der zweite Teil der erfolgreichen Buchadaption in den deutschen Kinos an. Doch kann das vermeintlich selbe Prinzip des Vorgängers ein weiteres Mal überraschen?

 

London - Der mittlere Teil einer Film-Trilogie hat es bekanntermaßen besonders schwer: Die Filmwelt wurde bereits eingehend im ersten Teil vorgestellt, Innovationen und das Gefühl, etwas Neues, Erfrischendes zu sehen, schwinden meist mit jeder weiteren Fortsetzung. Zudem bleibt dem zweiten von drei Filmen natürlich auch stets ein abgeschlossenes Ende verwehrt. Mit "Die Tribute von Panem: Catching Fire" musste sich Regisseur Francis Lawrence nun genau diesen Herausforderungen stellen. Hat der Streifen das Potential, ein ähnlicher Erfolg wie dessen Vorgänger zu werden?

Zusammen mit Peeta (Josh Hutcherson, 21, "Red Dawn") hat es die 17-jährige Katniss (Jennifer Lawrence, 23, "Silver Linings") tatsächlich geschafft, die barbarischen Hungerspiele des Vorjahres zu überleben. Zur Belohnung gab es ein eigenes Haus in ihrem Heimatdistrikt 12 und eine gute Lebensmittelversorgung für sie und ihre Familie. Der Schein trügt jedoch: Die Bevölkerung der zwölf Bezirke leidet wie nie zuvor, gleichzeitig zwingt die grausame Regierung unter Präsident Snow (Donald Sutherland) die beiden Gewinner, für Propagandazwecke zu posieren und weiterhin so zu tun, als wären sie ein Liebespaar.

Während Peeta und Katniss als Marionetten des Regimes durch die Distrikte reisen müssen, werden sie Zeugen brutaler Gewalt der Ordnungskräfte gegen die Zivilbevölkerung, sehen aber auch Anzeichen für eine nahende Rebellion. Für die Aufständischen ist Katniss eine Symbolfigur, daher beschließt Präsident Snow, die unbequeme Meisterjägerin bei den folgenden Hungerspielen unter dem Vorwand des 75. Jubiläums des grausamen Wettbewerbs und entgegen der Tradition erneut teilnehmen zu lassen. Katniss und Peeta müssen sich daher ein weiteres Mal dem Kampf ums Überleben stellen, in einer Arena, in der sie eine Vielzahl sadistischer Überraschungen erwarten.

"Die Tribute von Panem - Catching Fire" hat zu Beginn eine Menge aufzuarbeiten, dementsprechend länger fällt die Exposition des Films aus, ohne dabei langatmig zu wirken. Dem Zuschauer werden die Geschehnisse seit dem Ende des ersten Teils erläutert, mit dem drohenden Aufstand des Proletariats aber auch gleich die neuen Gegebenheiten der Zwei-Klassen-Gesellschaft nahegelegt. Überhaupt schafft es der Film trotz einer stolzen Laufzeit von immerhin fast zweieinhalb Stunden, die Kinobesucher stets zu unterhalten. Dabei bleibt er der Buchvorlage treu, auch wenn es aus Zeitmangel nicht jeder Aspekt des Romans in die ohnehin schon überlange Adaption geschafft hat.

Besonders abgespeckt kommt die Charakter-Vorstellung daher. Während es bei den altbekannten Figuren wie Haymitch Abernathy (Woody Harrelson, 52, "7 Psychos") oder Effie Trinket (Elizabeth Banks, 39, "Our Idiot Brother") keiner weiteren Vorstellung bedarf, hätte einigen der anderen Tribute etwas mehr Aufmerksamkeit gut getan. Denn in dem Moment, ab dem das blutige Katz- und Mausspiel der "Hunger Games" aufs Neue startet, sind außer einer kleinen Heldengruppe fast keine Teilnehmer wirklich von Bedeutung. Anders als beim Vorgänger wird daher schnell klar, dass der Regisseur das Hauptaugenmerk diesmal vielmehr auf das Miteinander, denn auf das Gegeneinander gelegt hat. Ein etwas präsenterer Gegenspieler für Katniss und Co. hätte im Herzstück des Films jedoch für noch mehr Spannung sorgen können.

Diesen Part übernimmt in "Die Tribute von Panem - Catching Fire" das Kampfareal - gespickt mit ebenso perfiden wie tödlichen Fallen, erwartet die Teilnehmer in jedem Segment der Arena eine neue Überraschung. Dadurch schafft es der zweite Teil, trotz großer Übereinstimmungen mit dem Vorgänger hinsichtlich des Settings, für ausreichend Unterhaltung und Spannung zu sorgen. Gleichzeitig vermeidet es der Film aber, die variantenreichen Tode der Charaktere zu sehr in den Mittelpunkt zu rücken, oder gar zu zelebrieren. Regisseur Francis Lawrence ist damit der Drahtseilakt gelungen, Gewalt einerseits schonungslos und brutal darzustellen, ohne den Film andererseits der zumeist jüngeren Zielgruppe zu verschließen.

Vor allem Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence kann als ebenso verletzliche wie toughe Katniss ein ums andere Mal überzeugen. Die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Peeta und Gale (Liam Hemsworth) hätte schnell kitschig wirken können, wird aber durch die überzeugende Darstellung aller Beteiligten glaubhaft und rührend. Auch wenn der große Twist des Streifens auf den ersten Blick von einer großen Portion Zufall abhängig scheint, trübt das den sehr positiven Eindruck nur minimal. In Verbindung mit den imposanten Effekten macht "Die Tribute von Panem - Catching Fire" Lust auf den dritten Teil.

 

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