Mit Al Pacino "Manglehorn": Verbittert oder weiser Mann? Beides!

Verzweifelt, aber er hat für alles den passenden Schlüsel: parat: Al Pacino in „Manglehorn“. Foto: Filmfest München

Das etwas andere, dadurch spannende Starkino: Al Pacino in „Manglehorn“.

 

Der alte Al Pacino kann noch Begeisterung auslösen, auch wenn er hier nicht gerade ein klassischer Sympathieträger ist, sondern einer, der ehemals recht krumme Dinger gedreht hat. Er ist ein Texaner am Rande der Verwahrlosung. Er hat einen Schlüsseldienst, ist geschieden, sein einziger Ansprechpartner ist seine Perserkatze. Er verachtet seinen Sohn, einen Investmentberater als ein glattes Stück Seife. Und er verletzt eine naiv-sympathische Bankangestellte (Holly Hunter), die sich in ihn ein bisschen verliebt hat.

US-Regisseur David Gordon Green hat eine Reflexion über die innere Blockade gedreht, die sich ergibt, wenn man immer einer großen, vergangenen Liebe nachtrauert, die sich im Abstand durch Verdrängung der Wahrheit auch verklärt. Aber am Ende entrümpelt man sein Leben.

Pacino spielt diesen Kauz intensiv zwischen Fiesling und weisem Sympathieträger – kein klassischer jedenfalls. Und kein klassisches Gut-Böse-Schema.

Freitag, City, 15 Uhr
Sa, 4.7., 20 Uhr, City

 

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