Missbrauchsprozess Horror-Vater gesteht 160 Fälle von Vergewaltigung

 

Er hat seine Kinder missbraucht, geschlagen und zur Prostitution gezwungen: Inzest-Vater Detlef S. bricht einen Tag vor Prozessende ein und gesteht seine widerlichen Taten.

Koblenz  – Ist es späte Reue oder einfach nur die nackte Angst vor dem Gefängnis? „Es tut mir wirklich leid“, sagte der 48-jährige Detlef S. gestern vor dem Koblenzer Landgericht – und brach in Tränen aus. Der Mann, der mit seiner Stieftochter acht Kinder gezeugt hat, gestand seine schrecklichen Taten und zeigte zum ersten Mal während des Prozesses Emotionen. Detlef S. ist wegen rund 160 Fällen von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung angeklagt.

Zuvor hatte er schon eingeräumt, dass er seine heutige 18-jährige Tochter jahrelang missbraucht hatte. Jetzt das komplette Geständnis: Auch seine Stieftochter und deren Zwillingsbruder waren Opfer der sexuellen Übergriffe. Gewalt war in der Familie an der Tagesordnung. Die beiden Töchter bot er zahlender Kundschaft für Sex an und schaute dabei auch noch zu, so die „Rhein-Zeitung“. Er habe sich „grundsätzlich falsch verhalten“, ließ Detlef S. von seinem Anwalt verlesen.

Doch das späte Geständnis hinterließ bei der Staatsanwaltschaft keinen Eindruck. Es sei nur Taktik und von Reue könne keine Rede sein. Die Staatsanwaltschaft forderte weiterhin 14 Jahre und sechs Monatemit anschließender Sicherheitsverwahrung für den voll Schuldfähigen. Thomas Düber, Anwalt des Sex-Verbrechers, beantragte eine Strafe von neun Jahren und sechs Monaten. Sein Mandant werde von den Mitgefangenen schikaniert. Zudem sei er keine Gefahr für die Allgemeinheit.

Das empfinden die Opfer anders. Die Stieftochter ließ durch ihre Anwältin mitteilen: „Ich hoffe, dass er eine gerechte Strafe bekommt, damit er nie mehr einen Menschen verletzen kann.“ Das Urteil wird am Dienstag erwartet.


 

 

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