"Milf oder Missy?" Habenschaden wütet wegen Streaming-Werbung: Ströer reagiert

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Katrin Habenschaden findet die neue Joyn-Werbung frauenverachtend. Foto: Bernd Wackerbauer

Die zweite Münchner Bürgermeisterin Katrin Habenschaden fordert Joyn auf, Plakate der Sendung Mom abzuhängen. Joyn bleibt entspannt, doch die Werbung verschwindet nach Pfingsten dennoch.

 

München - "Milf oder Missy?" ist die Frage, die die Sendung Mom des Streamingdienstes Joyn auf großen Plakaten überall in der Stadt stellt. Was auch immer man sich darunter vorstellen mag, eine wird die Sendung sicher nicht schauen - Katrin Habenschaden.

"Welches Rollenbild vermittelt diese Darstellung von Frauen?", zeigte sich Münchens zweite Bürgermeisterin erbost.

Die Grünen-Politikerin verwehrte sich in einem Facebook-Post gegen die in ihren Augen diskriminierende Werbung - und konnte am Freitag einen ersten Erfolg verbuchen. "Gerade hat sich die Firma Ströer (die Ströer-Gruppe vermarktet über 280.000 Außenwerbeflächen, d. Red.) bei mir gemeldet. Die geschmacklosen 'Milf'-Plakate von Joyn werden nach den Feiertagen abgehängt", schreibt die Grünen-Politikerin.

Zuvor hatte sich die Grünen-Politikerin klar positioniert: "Die aktuelle Werbekampagne von Joyn macht mich wütend. In der ganzen Stadt hängen diese frauenverachtenden, herabwürdigenden Plakate. Dass im Jahr 2020 so ein rückständiges Format überhaupt noch produziert wird, ist schon daneben. Aber Frauen auf Hunderten im öffentlichen Raum weithin sichtbaren Plakaten in Alt, Neu, Milf etc. zu kategorisieren, ist inakzeptabel. Jeden Tag laufen Mädchen und Buben an diesen Plakaten vorbei." Eine Milf, das ist übrigens eine Mom I’d Like to F (zu deutsch: eine Mutter, die ich gerne f***** würde).

Joyn: "Protagonistinnen sind starke und selbstbewusste Frauen"

Auf Nachfrage der AZ hieß es bei Joyn: "Alle Protagonistinnen sind starke und selbstbewusste Frauen, die sich in keiner Weise objektivieren lassen – schon gar nicht durch eine Bezeichnung 'Milf’". Vielmehr breche die Sendung Rollenklischees auf und solle zum Nachdenken über eigene Klischees anregen.

Habenschaden hat selbst zwei Kinder und ist als Bürgermeisterin für die Gleichstellung zuständig. Sie forderte das zu ProSieben und Sat1 gehörende Unternehmen dazu auf, diese Plakatkampagne zu stoppen.

 

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