Milchglasfolie als Sichtschutz Anwohner fühlt sich von Asylbewerbern belästigt!

Asylbewerber in der Gautinger Unterkunft vor der blickdicht verklebten Scheibe. Foto: Georgine Treybal/SZ

„Absurde Aktion“: Ein Gautinger fühlt sich durch den Anblick von Flüchtlingen belästigt. Jetzt soll Milchglasfolie das "Problem" lösen.

 

Gauting - Milchglasfolie hieß die Lösung des Starnberger Landratsamts: Ein Nachbar der Flüchtlingsunterkunft in Gauting hatte sich beschwert, er würde sich durch die gestikulierenden Asylbewerber auf dem Flur gestört fühlen – jetzt sind die Fenster im Flur blickdicht.

Im Flur soll der Empfang besser sein, weswegen die Asylbewerber sich eben dort häufig zum Telefonieren aufhalten. Aber ist es legitim, auf die Beschwerde eines Nachbarn, der sich aufgrund des bloßen Anblicks gestikulierender Menschen gestört fühlt, gleich die Fenster zu verkleben?

Als „Schnellschuss“ bezeichnet Bürgermeisterin Brigitte Servatius die Aktion, aber als einen, der den Anrufer, der sich beschwert hat, beruhigte.

Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat hingegen findet das Fenster verkleben „absurd“. In Gauting sind die Asylbewerber in einer ehemaligen Pflegeakademie untergebracht. Im Vergleich zu vielen anderen Flüchtlingsunterkünften gilt sie als komfortabel, die Zimmer verfügen über Balkone.

 

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