Mietspiegel Münchner Mieten - Der große Kosten-Atlas

Zahlen Sie zu viel Miete? Klicken Sie durch die verschiedenen Viertel, und checken, in welcher Lage Sie wohnen. Foto: AZ

Die Stadt hat ziemlich genau festgelegt, welche Wohnlage besonders gut ist und welche nicht. Zu- und Abschläge sind ebenfalls geregelt. Das hilft auch bei Ärger mit dem Vermieter

 

München - Leben in München – dieser Genuss hat seinen Preis. Aber was ist eine Mietwohnung in diesem Gefälle zwischen feudalem Herzogpark und miefigem Klärwerk wirklich wert? In diesem ewigen Streit zwischen Mietern und Vermietern vermittelt der Münchner Mietspiegel. Den lässt die Stadt alle zwei Jahre für frei finanzierte Wohnungen neu erstellen. Die Gerichte haben ihn anerkannt – was schon manchen gierigen Vermieter gewurmt hat.

Nun gilt ein neuer Mietspiegel. Damit können die Münchner nachrechnen, was ihre Wohnung kosten darf. In der Summe sind die Mieten seit vorigem Jahr um 1,1 Prozent gesunken. Der Mietspiegel macht München bunt: Wohnlage ist nicht gleich Wohnlage. Da gibt es die vier Farben für schönstes oder schlichtes Wohnen. Von denen hängt es auch ab, wie teuer die Miete ist.

Rosa: Beste Wohnlage

Das sind die feinen Gegenden am Englischen Garten, am Schlossrondell, am Pasinger Park oder unter Stuckdecken herrschaftlicher Häuser mit freiem Blick auf die Isar. Es sind besonders imageträchtige Innenstadtrandlagen und Villengegenden.

Ockergelb: Gute Wohnlage

Das sind In-Viertel und traditionell gefragte, ruhige Wohnlagen mit gutem Image. Da lebt man im beschaulichen Jugendstilambiente Schwabings, im bürgerlichen Neuhausen, in der quirligen Maxvorstadt oder in Trudering. Sie haben eine gute Infrastruktur und überdurchschnittlich viele denkmalgeschützte Gebäude.

Grün: Durchschnittliche Wohnlage

Laminat statt altem Fischgrätparkett. Wie in den Arbeitervierteln des Münchner Nordens, in Obergiesing oder am Westkreuz. Die Gegenden haben keine Mängel und sind [GRUNDTEXT]„weder besonders gut noch besonders schlecht“, wie es im Mietspiegel steht.

Blau: Einfache Wohnlage

Davon gibt es nicht mehr viele in München, nachdem durch den Wohnungsdruck immer mehr abgetakelte Altbauten saniert wurden. Sie finden sich in abgelegenen Gebieten wie am Ludwigsfeld oder beim Klärwerk. Der Mietspiegel kann für diese Gebiete nicht unmittelbar angewendet werden, nur als Richtwert

WAS DARF DIE WOHNUNG DENN JETZT KOSTEN?

Der Mietspiegel hat für ganz München quer durch alle Wohnungstypen und Baujahre Durchschnittsmieten errechnet. Allesamt Kaltmieten! Neu ist: Früher gab es zusätzliche Tabellen für gute, beste und durchschnittliche Wohnlagen. Damit ist es vorbei. Es gibt nur noch eine Tabelle: die mit den durchschnittlichen Grundmieten. Dafür werden jetzt die Farben und die Zu- und Abschläge wichtiger. Somit ist die Wohnlage wichtig.

Das bedeutet am Beispiel einer 80-Quadratmeter-Wohnung, Baujahr 1980:

  • Der durchschnittliche Grundpreis beträgt 9,15 Euro pro Quadratmeter. Die Kaltmiete liegt also bei 732 Euro. Das entspricht auch den Mieten in den durchschnittlichen Wohnlagen .
  • Dagegen müssen für die besten Wohnlagen 1,75 Euro Zuschlag je Quadtratmeter bezahlt werden. Der Preis für eine 80-Quadratmeter-Wohnung liegt dann bei 872 Euro. Ein Plus von 140 Euro also.
  • Für gute Wohnlagen sind 80 Cent Zuschlag fällig. Kaltmiete: 796 Euro. Plus 64 Euro.

In einfachen Wohnlagen sind die Abschläge so groß, dass die Miete unter dem Grundpreis liegt. Aber Wohnung ist nicht gleich Wohnung. Deshalb gibt es Zu- und Abschläge auf die Durchschnitts-Grundmiete pro Quadratmeter.

Eine Auswahl:

  • Einfache Altbauten mit Speicher und Keller: -1,10 Euro.
  • Freistehendes Hochhaus mit mindestens sieben Etagen: -0,85 Euro
  • Einfacher Altbau mit Speicher und Mieterkellern von vor 1949: -1,10 Euro
  • Wohnung mit Süd- oder West-Terrasse: + 0,50 Euro
  • Getrennte Warmwasserversorgung für Küche und Bad: -0,41 Euro
  • Nicht zentral beheizte Wohnräume: -0,47 Euro
  • Zweites Bad: + 0,59 Euro
  • Bad mit besonderer Ausstattung wie zweitem Waschbecken oder separater Dusche/Badewanne: +0,59 Euro
  • Badezimmer, das nicht mindestens bis Türhöhe gekachelt ist: -0,25 Euro
  • Küche mit gehobener Ausstattung: +1,27 Euro
  • Fußbodenheizung: +0,48 Euro
  • keine Gegensprechanlage: -0,27 Euro
  • Starke Verkehrsbelastung: -0,63 Euro.

Den höchsten Preis zahlt man für eine Wohnung bis 22 Quadratmeter, Baujahr bis 1918: 15,02 Euro je Quadratmeter. Die billigste Grundmiete: 8,09 Euro pro Quadratmeter in einer 160 Quadratmeter großen Wohnung aus den Jahren 1967 bis 1977.

Wollen Sie's ganz genau wissen? Mit dem Berechnungs-Tool der Stadt München können sie quadratmetergenau ausrechnen, ob die Miete, die Sie aktuell für ihre Wohnung bezahlen, realistisch ist. Hier geht's zum Kostenrechner.
 

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