Metal-Ikone wird 65 Sieben Fakten zu Ozzy Osbourne's Geburtstag

65 und kein bisschen leise: "Madman" Ozzy Osbourne Foto: John Shearer/Invision/AP

Kaum ein Star hat auf dem Weg zu seinem 65. Geburtstag so viele Höhen und Tiefen überwunden wie Metal-Ikone Ozzy Osbourne. Da gibt es natürlich einiges zu erzählen: Sieben der verrücktesten Fakten aus dem Leben des "Prinzen der Dunkelheit".

 

Los Angeles - Metal-Ikone und Reality-TV-Clown, liebevoller Vater und Drogensüchtiger am Rande des Absturzes: Ozzy Osbourne gehört sicherlich zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Rockmusik. Dass er am heutigen Dienstag seinen 65. Geburtstag feiern kann, darf als kleines Wunder bezeichnet werden, doch Ozzy ist derzeit so fit wie lange nicht, wie Besucher der aktuellen Black-Sabbath-Tournee bestätigen können. Sein Leben bietet Stoff für zahllose skurrile Anekdoten, spot on news hat sieben der interessantesten Fakten zusammengetragen.

Ozzy heißt eigentlich John Michael Osbourne. Den Spitznamen "Ozzy" hatte er schon in der Grundschule weg. "John" nannte ihn zuletzt seine erste Ehefrau Thelma, mit der er von 1971 bis 1981 verheiratet war. Von seinem bürgerlichen Namen fühlt Ozzy sich schon lange nicht mehr angesprochen, wie er in seiner Autobiografie erklärt.

Das Verhältnis von Ozzy und Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi (65) war von jeher schwierig: Schon auf dem Schulhof schikanierte Iommi regelmäßig Ozzy. Als der Gitarrist 1969 auf Sängersuche der Anzeige eines Nachwuchstalents nachging, machte er umgehend kehrt, als er Ozzy bei der angegebenen Adresse antraf. Kurze Zeit später landeten die beiden bekanntermaßen doch zusammen in einer Band, doch die Konflikte blieben, und Iommi schlug gelegentlich sogar zu, wenn ihm Ozzys Eskapaden zu wild wurden. 1979 trennten sich Black Sabbath schließlich wegen der Spannungen von ihrem Sänger. Erst Ende der 1990er traten sie wieder zusammen auf, dieses Jahr feierten Black Sabbath dann mit dem Album "13" ein gelungenes Comeback - mit Ozzy.

Ozzys vielleicht obskurste musikalische Zusammenarbeit war der Song "Shake Your Head", den er für die amerikanische Dance-Pop-Band Was (Not Was) im Jahr 1982 einsang. Ursprünglich war darauf auch die damals noch unbekannte Madonna (55) zu hören. Diese verweigerte für spätere Veröffentlichungen die Verwendung ihrer Gesangsspuren, weshalb auf neueren Versionen stattdessen Hollywood-Star Kim Basinger singt.

Mit der Reality-Soap "The Osbournes" (2002-2005) wurde Ozzy auch außerhalb der Metalszene zum Star. Die Einblicke in den chaotischen Alltag der Familie Osbourne, mit Ozzy als gutmütigem, wenn auch etwas verwirrt wirkendem Patriarchen, bescherte dem Sender MTV in den USA die höchsten Einschaltquoten seiner Geschichte und räumten einen Emmy in der Kategorie Reality TV ab. Ozzy selbst hat jedoch nie eine Folge gesehen. Während der Dreharbeiten sei er durchgehend bekifft gewesen, gestand er später in einem Interview. Er könne seinen Anblick in der Sendung nicht ertragen.

Auch wenn der vertrottelte TV-Ozzy bei altgedienten Metalfans nicht besonders gut ankam, belebte die Show seine Musik-Karriere neu. So landete Ozzy 2003 mit "Changes", der Neuaufnahme eines alten Black-Sabbath-Songs im Duett mit Tochter Kelly (29), erstmalig an der Spitze der britischen Single-Charts. Damit brach er einen Rekord: Mit 33 Jahren ist das die längste Zeitspanne zwischen der ersten Chartplatzierung eines Künstlers (Black Sabbaths "Paranoid" im Jahr 1970) und seinem ersten Nummer-eins-Hit.

In den 1980ern wäre Ozzy als Publikumsliebling noch völlig undenkbar gewesen. Er provozierte auf seinen Plattencovern und in seiner Bühnenshow mit okkulten Elementen, und machte wiederholt Schlagzeilen mit Drogeneskapaden. Unter anderem biss er im Rausch einer Taube und später einer Fledermaus den Kopf ab, und pinkelte an das Alamo, ein texanisches Nationalheiligtum. Christliche Gruppen machten gegen den selbsternannten "Prince of Darkness" mobil, er galt als Paradebeispiel für "satanische" Rockmusik, die angeblich die Jugend gefährdet. 1986 wurde er von den Eltern eines Teenagers verklagt, der zwei Jahre zuvor Suizid begangen hatte. Sie warfen Ozzy vor, dass sein Song "Suicide Solution" (der eigentlich von den Gefahren des Alkohols handelt) ihren Sohn in den Selbstmord getrieben hätte. Die Klage wurde schließlich abgewiesen.

Ozzy kämpft schon sein ganzes Erwachsenenleben lang mit Alkohol- und Drogenproblemen. Schon seine erste Ehe mit Thelma litt massiv unter seiner Sucht, später erklärte Ozzy, dass er nicht einmal genau wisse, wann seine Kinder geboren seien. Auch seine Ehe mit Sharon (61) erlebte schwere Krisen: 1988 versuchte er im Rausch sogar, seine Frau zu erwürgen, 2013 führte ein Rückfall zur vorübergehenden Trennung. Momentan ist Ozzy wieder clean, und hat eine neue Chance von Sharon bekommen. Trotz allem gilt Ozzy mittlerweile als ein medizinisches Phänomen: 2010 untersuchten Genetiker Ozzys DNA, um herauszufinden, wie er den langjährigen Drogenmissbrauch überstehen konnte. Die Forscher stellten tatsächlich Auffälligkeiten an dem für die Alkohol-Verarbeitung zuständigen Gen fest - und fanden nebenbei heraus, dass zu Ozzys Vorfahren auch Neandertaler zählen.

 

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