Messi knackt Bomber Viel Lob für "Lionel Müller"

Superstar Lionel Messi erzielt beim FC Barcelona seinen 86. Treffer des laufenden Jahres – und hat damit den legendären Bomber überholt. Nicht nur Gerd Müller gratuliert: "Ein Gigant!"

 

München - Wie immer sieht alles spielend leicht aus. Lionel Messi passt den Ball zu Andres Iniesta, der legt mit der Hacke ab – und Messi wuchtet den Ball aus halblinker Position mit links trocken ins lange Eck. Und doch war dieses Tor, das 2:0 beim 2:1-Sieg des FC Barcelona bei Real Betis am Sonntagabend, ein ganz besonderes.

86 Tore hat der 25-Jährige nun im Kalenderjahr 2012 für Barça und die argentinische Nationalmannschaft erzielt (siehe Kasten rechts) – eins mehr als es Gerd Müller, "Bomber der Nation", im Jahr 1972 für den FC Bayern und Deutschland gelungen war.

"40 Jahre hat mein Rekord gehalten, jetzt hat der beste Fußballer der Welt ihn gebrochen, Lionel Messi – und ich freue mich für ihn", sagte der 67-Jährige am Montag.

Messi sei ein "unglaublicher Spieler, ein Gigant und dabei ein so sympathischer und eher zurückhaltender Profi", fuhr Müller fort: "Messi ist fantastisch. Er hat eigentlich nur einen Fehler: Er spielt nicht für den FC Bayern..." Ein Wunschtraum, Messi ist fest mit dem FC Barcelona verwurzelt.

Während Müller als klassische Nr. 9 vor allem von Zuspielen und Abstaubersituationen im Strafraum lebte, ist Messi als Offensivallrounder spektakulärer, dribbelstärker, kommt mehr aus der Tiefe.

Zwei Sachen haben "La Pulga"”, der Floh, und "Kleines dickes Müller" (Ex-Coach Tschik Cajkovski) gemein: Torinstinkt und eine natürliche Bescheidenheit. So wie sich Müller nie weit aus dem Fenster lehnte, geht auch Messi eher schüchtern mit den Rekorden um.

"Es ist schön, dass ich ihn gebrochen habe, aber noch wichtiger war mir der Sieg", sagte der Argentinier nach Tor 86 in Sevilla. Bei der Weltfußballerwahl im Januar gilt der Titelträger von 2009 - 2011 erneut als Favorit, will den Titel offenbar aber gar nicht. "Der goldene Ball gehört Andrés Iniesta, er hätte es verdient für all das, was er für uns leistet", lobte er den spanischen Teamkollegen.

Geht es nach Müllers einstigem Weggefährten Paul Breitner, ist Messi das Maß der Dinge. "Vor seiner Leistung brauche ich mich nicht erneut verbeugen, das habe ich schon vor fünf Jahren getan", sagte Breitner, mit Müller gemeinsam Europameister 1972 und Weltmeister 1974, der AZ. "Was er auf dem Platz vollbringt, ist in sich das Beste und Größe, was es seit Jahren im Fußball gibt."

Den Vergleich mit Müller muss Messi nicht scheuen. Für seine 86 Tore benötigte er zwar sechs Spiele mehr als Müller, hat aber noch drei weitere, um den Rekord auszubauen. Müller: "Ich hoffe, dass ihm noch der ein oder andere Treffer gelingt und sein Rekord dann für die nächsten 40 Jahre hält."

 

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