Messerstecherei Hells-Angels-Prozess: Zeuge sagt nach viereinhalb Jahren aus

Der Angeklagte mit seinem Anwalt Adam Ahmed. Foto: AZ/jot

Hells-Angels-Prozess: Freunde der Opfer der Messerstecherei vor viereinhalb Jahren sagen aus. Eine Justiz-Angestellte soll Akten geklaut haben.

 

München - Die Messerattacke im Crowns Club beschäftigt weiter das Landgericht. Wie berichtet, soll ein Bekannter (39) einer Hells-Angels-Gruppierung am 2. Mai 2015 zwei Brüder schwer verletzt haben. Am Montag wurden unter anderem zwei Freunde der Opfer angehört.

Der Vorfall – Staatsanwalt Laurent Lafleur geht von doppeltem Mordversuch aus – liegt viereinhalb Jahre zurück. Dementsprechend groß sind die Gedächtnislücken. Da verwundert es Richter Norbert Riedmann, dass ein Zeuge den Angeklagten, den er vorher nicht kannte, nach der langen Zeit wiedererkannt haben will. Doch der 36-Jährige bleibt dabei.

Nach viereinhalb Jahren: Zeugen sagen vor Gericht aus

Er selber hatte seinerzeit einen der beiden Brüder ins Krankenhaus gebracht. "Er hat mir an der Treppe seinen Bauch gezeigt, ich habe ihn dann rausgetragen", berichtet der Arbeiter. Per Taxi sei man ins Krankenhaus gefahren. Er habe während der Fahrt versucht, auf die Wunde zu drücken. Das Opfer wurde, wie sein Bruder, durch eine Notfall-OP gerettet.

Zu der Messerstecherei selbst erklärt er, dass er nur gesehen habe, wie von einer Empore im Club Gläser runter auf seine Gruppe geschmissen wurden.

Der zweite Zeuge (35), Lkw-Fahrer und ebenfalls ein Freund der Opfer, bestätigt das. Und ja, er habe auch zurückgeworfen: "Aus Selbstverteidigung." Er habe beobachtet, dass in dieser Mainacht auch Barhocker in dem Club an der Rosenheimer Straße geflogen seien. Er selber habe eine Beule am Kopf davon getragen: "Und meine Lederjacke wurde zerschnitten".

Justiz-Angestellte "verlieh" angeblich Akten an das Opfer

Zur Sprache kam am Montag auch, dass eine Justiz-Angestellte Akten zu dem Fall an das mutmaßliche Opfer der Messerattacke "ausgeliehen" haben soll. Ob sie diese Akten, die im Kofferraum eines Jaguar F-Typ gelegen haben sollen, zu Gesicht bekommen haben, werden beide Zeugen gefragt. Beide verneinen das.

Die Frau, die bei der Staatsanwaltschaft München I arbeitet, wurde beurlaubt, so Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Fall sei wegen der eigenen Betroffenheit an die Staatsanwaltschaft München II übergeben worden. Die prüft jetzt, ob an den Vorwürfen gegen die Angestellte etwas dran ist.

Der Prozess wird am nächsten Montag fortgesetzt.

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