Meinung Spitze?

Alt- und Neubauwohnungen wurden in München um durchschnittlich 2,3 Prozent teurer Foto: Martha Schlüter

Viel erbenoder reichheiraten – derlegale Wegzum Eigentum: Georg Thanscheidt, Vize-Chefredakteur der AZ, überWohungspreise und Krippenplätze.

 

Ganz offen gesagt: Manchmal kann einem dieseewige und einsame Spitzenstellung Münchens gewaltigauf die Nerven und an die Nieren gehen. Malwieder ist unsere Stadt die Nummer 1 – zum wiederholtenMal bei den Immobilien-Preisen. Nirgends inder Republik ist ein Haus, eine Wohnung oder auchnur der schlichte Baugrund dafür teurer als hier. Unddass das dementsprechend hohe Mieten nach sichzieht, daran haben wir uns schon zähneknirschendgewöhnt. Man lebt gerne in München – aber dasLeben ist auch saumäßig teuer.

Viel erben oder reich heiraten– das sind sarkastisch betrachtetfür viele die einzigen legalenWege zum Wohneigentum.Beides deckt sich leider nichtmit den vorherrschenden Lebensentwürfenvieler Münchner:Sie bekommen erst jenseitsder 30 nach dem x-ten Praktikumihren ersten Arbeitsvertrag – befristet natürlich.Sollten sie Kinder bekommen und trotzdemarbeiten wollen, ist dies in München fast unmöglich– nur für jedes fünfte Kind gibt es einen Krippenplatz.Hier ist München leider nicht spitze – sondernder Osten (da wo die Wohnungen nur ein Zehnteldes Münchner Preises kosten, aber trotzdem kaumjemand hinziehen möchte).

Doppelt verdienen empfiehlt sich aber, wenn tatsächlichein Immobilien-Kredit aufgenommen wird.Sonst ist man ruckzuck nicht mehr kreditwürdig –wenn man zum Beispiel mit über 60 ein Anschluss-Darlehen braucht oder schon mit weit unter 60 aufdem Arbeitsmarkt plötzlich nicht mehr vermittelbarist. Das ist dann alles andere als spitze.

 

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