Meinung Schöne Zahlen

Ein Bus der MVG ist plötzlich mit offener Tür losgerollt (Symbolbild) Foto: Petra Schramek

Die Jungen fahren Bus? Klar, Sie haben keinen Führerschein - Die stellvertretende Lokalchefin der AZ Katharina Rieger über Jubelstudien der MVG.

Unbestritten: München hat ein gut funktionierendes Nahverkehrssystem. Busse, Tram und U-Bahnen sind sauber und sicher, die S-Bahn ist meist pünktlich und die Ansage darin mittlerweile zweisprachig. Dazu passt die neue Studie der MVG, dass der Münchner seine Verkehrsgesellschaft bald schon lieber mag als sein Auto. 500 Millionen Fahrgäste in einem Jahr. 35 Prozent sehr regelmäßiger MVG-Nutzer stehen 31 Prozent Autofahrern gegenüber, die fast jeden Tag fahren. So lasst uns denn jubeln: Das Auto ist abgehängt. Aber es klingt doch zu gut.

Beim genauen Hinsehen ist da viel PR-Geklingel. Schön, dass bei den 14- bis 25-Jährigen fast jeder Zweite öffentlich fährt. Es könnte aber auch mit einem fehlenden Führerschein zu tun haben. Und 28,7 Prozent aller Wege mit der MVG klingt gut, aber das Auto liegt bei 32 Prozent. Von Überholen kann da nicht die Rede sein. Viele Münchner sind umgestiegen, weil das Parken nicht nur in der City etwas kostet. Das ist gut. Doch das Nahverkehrssystem stößt spürbar an seine Grenzen, Entlastung soll das Riesenprojekt Zweite Stammstrecke bringen. Ob, wann und wie, ist noch völlig unklar. Und da wirken so wunderschöne Zahlen irgendwie: ärgerlich. Katharina Rieger

 

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