Meinung Saat der Radikalen

Der südafrikanische Rechtsextremist Eugene Terreblanche wurde ermordet Foto: dpa

Welches Bildbietet dasLand derWelt? Dasvon Gewalt? - Anja Timmermann, AZ-Redakteurin, über die Lagein Südafrika vor der WM

 

Armes Südafrika. Die WM in diesem Land, die ersteauf afrikanischem Boden, ist eine Chance und einRisiko. Doch der Mord an Rassistenführer EugeneTerreblanche legt eine neue Lunte an eine ohnehinexplosive Lage. Zwar spricht er mitnichten für diemeisten Weißen: Seine seit Jahrzehnten unverändertenParolen von der weißen Herrenrasse sind ihnenzuwider, seine Anhänger rekrutiert er aus frustriertenFarmern, Neonazis und White Trash.

Auf deranderen Seite steht Julius Malema, politischer Ziehsohnvon Präsident Zuma, der immer stärker gegenWeiße hetzt – bis hin zum gesungenenMordaufruf. Auch erist vielen Schwarzen zuwider:seine ungeklärten Reichtümer,seine Hetze, seine Bewunderungfür den DespotenMugabe,der Simbabwe ruiniert hat.

Das Problem ist also nicht sosehr, dass die offiziellen Anhängerder Radikalen bei der WMaufeinander losgehen.Das Problem ist aber, wie sehr ihre Saat in der Gesellschaftaufgeht, in der es Spannungen genug gibt: dieWeißen, die sich immer mehr an den Rand gedrängtfühlen; die Schwarzen, die ihre Armut zunehmendungeduldig macht. Die nächstenWochen werdenzeigen, ob der Mord ein Ventil ist, dass sich der Frustin Gewalt entlädt. Oder ob die zivile Mitte der Gesellschaftinzwischen doch stark genug ist, um nunaufgeschreckt zu sein und um das Erbe von MandelasRegenbogennation zu kämpfen, die es bisher soviel besser hingekriegt hat als andere Länder. Ihr Zielist es schon lange, bei der WMder Welt zu zeigen,dass Afrika nicht nur Gewalt und Armut ist. Jetztmuss sie das erst recht.

 

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