Meinung Rettung aus Bayern

Michael Ballack - verletzungsbedingt fehlt er bei der WM in Südafrika Foto: dpa

Der Bundestrainerist nurnoch eineLame Duck– auf Abruf: Gunnar Jans, AZ-Sportchef, über das WM-Ausvon Ballack – und die Folgen

 

Man könnte es sich jetzt leicht machen und sagen:Och, der Ballack, mit dem wirst du ja eh immer nurZweiter. Und das ist nicht mal fatalistisch, sondernempirisch belegbar: Wenn er in einem Finale nichtausfällt, verletzt oder gesperrt, taucht er meist unter.Tatsächlich scheint dieser begnadete Fußballer nichtzum Gewinner geboren zu sein. Ein tragischer Held.

Und doch ist es fatal, dass der Kapitän bei derWeltmeisterschaft fehlt. Die WM scheint für dasDFB-Team schon beendet zu sein, ehe das Turnierbegonnen hat. Das Aus von Torwart Adler, die Kriseder Torjäger (Klose, Gomez,Podolski), dazu die aussortiertenProblemkicker Kuranyi undFrings – bei Joachim Löw paarensich derzeit dramatischesPech und gefährliche Sturheit.Überhaupt ist der Bundestrainerwegen seines Vertragszwistesnur noch eine Lame Duck – einTrainer auf Abruf, dessen Demission nach dem Turnierschon festzustehen scheint.

Und der jetzt inMichael Ballack auch noch seinen Anführer verliert.Einen, der zwar im Team nicht bestens gelitten ist,der beim Gegner aber größten Respekt erzeugt.

Der Nationalelf bleiben jetzt nur die Bayern, unddas ist nicht so schlecht. Lahm könnte Kapitän werden,Schweinsteiger der Boss – und die MünchnerEuphorie der vergangenen Wochen in einem Bayern-Blockmit Butt, Badstuber und Müller ihre Fortsetzungfinden (schade nur, dass van Bommel und Robbensich nicht einbürgern lassen). Und wenn vanGaal wirklich das Triple holt und deswegen womöglichbei Bayern aufhört, will er ja Nationaltrainerwerden. Warum nicht beim DFB?

 

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