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MÜNCHEN - Die Auseinandersetzungwird mitHärte undHäme geführt - Georg Thanscheidt,der Vize-Chefredakteur der AZ, überden Nichtraucher-Volksentscheid

 

Die Debatte umRauchen oder Nichtrauchen in bayerischenWirtschaften, Festzelten und Bushaltestellenvergiftet seit mehr als zwei Jahren das gesellschaftlicheKlima. Ausgehend von einen misslungenen Gesetzder CSU, das ihr völlig zu Recht die Alleinherrschaftgekostet hat, zeigte das Thema im Alltag seineganze Spreng- und Spaltkraft: Wirtshäuser wurdenzu Clubhäusern, Kneipen-Abende zu „Vereinssitzungen“,Wirte wurden durch wechselnde Nebenraumregelnverunsichert und gegängelt, Nichtraucher werdenabends ab 20, wahlweise auch ab 22 oder 23Uhr eingenebelt – kurz: DasChaos war perfekt, die Verärgerungauf Seiten der Nichtraucherund Raucher ebenso.

Es wird Zeit, dass das Wirrwarrendlich ein Ende hat – dasist das Gute amVolksentscheid.Möglichst viele Bürger solltenam 4. Juli von ihrem WahlrechtGebrauch machen, damit allen, Rauchern und Nichtrauchern,klar ist, dass an diesem Sonntag der Souverän,das Volk, entschieden hat und nicht die Minderheit,die am meisten Menschen mobilisieren konnte.

Denn derzeit wird die Auseinandersetzung miteiner unerwarteten Härte und Häme geführt: Raucherverteidigen vehement ihre Sucht-Refugien,Nichtraucher ihr Recht auf Rauchfreiheit. Ein Für undWider, das wenig Raum lässt für Argumentieren undAbwägen. Das geschlossene Weltbild der beidenGruppen zeigt sich auch an den unterschiedlichenZahlen und Studien zum Thema Rauchverbot, mitdenen beide Seiten ihre Positionen zu untermauernversuchen. Deswegen muss das Volk jetzt denSchiedsrichter geben.

 

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