Mehr Sport Neureuther: Verwundert über Willy Bogner

„Auf mich ist noch nie jemand zugekommen“: Felix Neureuther. Foto: firo/Augenklick

Der Ski-Star wehrt sich gegen die Kritik, er zeige zu wenig Engagement für 2018.

 

QUEENSTOWN Felix Neureuther ist gut in Queenstown angekommen. Via Dubai, Melbourne, Auckland, mächtig Reisestrapazen für Deutschlands besten Skifahrer auf dem Weg zum Training ins winterliche Neuseeland.

Strapaziös ist auch der Weg der Winterspiel-Bewerbung für 2018. Neureuther verfolgt die Schwierigkeiten auch vom anderen Ende der Welt. Dass er von Willy Bogner Kritik einstecken musste, weil er sich zu wenig für Olympia einsetzen würde, das irritierte ihn dann aber doch gewaltig.

Bogner hatte gefordert, Spitzensportler wie Neureuther oder Maria Riesch sollten sich mehr einbringen, um die widerspenstigen Grundstückseigentümer zu überzeugen, doch ihre Felder und Wiesen zur Verfügung zu stellen. Anfang der Woche hatte nun Riesch ihre Bereitschaft erklärt zu vermitteln, sich aber auch erstaunt gezeigt, weil sie von Bogner bisher noch nie kontaktiert wurde.

Und nun konterte auch Neureuther. „Ich kann nur sagen, dass auf mich noch nie jemand zugekommen ist“, meinte Neureuther aus Neuseeland zur AZ, „deshalb hab ich die Kritik auch überhaupt nicht verstanden und war sehr verwundert.“ Vor allem, weil er keine Gelegenheit auslässt, um zu betonen, wie begeistert er wäre über Spiele im eigenen Land, zuletzt beim Gaudi-Spiel der Winter-Allstars gegen den FC Bayern. „Natürlich würde auch ich mich gerne einbringen, wenn der Herr Bogner das wünscht“, so Neureuther weiter. „Man müsste sich halt nur mal zusammen setzen und gemeinsam nach Lösungen suchen.“ Doch mangelnde Koordination und Kommunikation sind die Hauptkritikpunkte, die viele der 98 Sport-Botschafter zuletzt übten, da sie sich von der 2018-Gesellschaft nicht ernst genommen fühlten (AZ berichtete).

Ernst macht dafür nun der Bund Naturschutz. Der Garmischer Kreisvorsitzende Axel Doering kündigte an, das Bürgerbegehren gegen Olympia 2018 vielleicht schon nächste Woche, „spätestens aber im Herbst“ zu initiieren. Bei der laufenden Unterschriftenaktion sind bisher knapp 4000 Zettel eingegangen, weitere 1500 kamen online dazu. „Die Leute reißen einem die Listen geradezu aus den Händen“, so Doering. Die Olympia-Bewerber reagierten gelassen. „Das ist keine Überraschung, darum beunruhigt es uns auch nicht“, sagte 2018-Sprecher Jochen Färber.

Florian Kinast

 

0 Kommentare