Mehr Sport Klitschko-Freundin: „Ich war zu wild“

Klein, aber oho: Hayden Panettiere, die Freundin von Wladimir Klitschko, ist nur 1,54 Meter groß, doch beim Fußball durfte sie nicht mitmachen, weil sie zu hart war. Foto: ap

Hayden Panettiere, die Freundin von Wladimir, kämpft innerlich mit, wenn die Klitschkos im Ring stehen. In der AZ erzählt sie, warum sie die Boxkämpfe ihres Freundes lieber von weiter hinten mitverfolgt.

 

AZ:Frau Panettiere, bei Vitali Klitschkos Kämpfen trauen Sie sich ja gleich in die erste Reihe. Wenn hingegen Ihr Freund Wladimir boxt, versteckten Sie sich bisher immer in der Menge...

HAYDEN PANETTIERE: Das stimmt, bei Wladimir bin ich so angespannt, dass ich lieber für mich bin. Jetzt aber bei Vitali, da kann ich voll aus mir rausgehen und ihn nach Leibeskräften unterstützen.

Und auch sehr stimmgewaltig, Sie sind ja fast ausgerastet während des Kampfes.

Ich bin sehr emotional, lasse mich da auch voll gehen. Sie können sich vorstellen, dass ich zu einem fanatischen Anhänger, der Klitschkos geworden bin. Und ich denke, es ist auch sehr wichtig, dass der Mann, der da im Ring steht, die volle Unterstützung der Familie hatte, dass bei Vitali etwa auch seine Frau Natalie dabei ist. Die Unterstützung der Familie ist bei allem, was man im Leben tut, das Wichtigste.

Wie aufgewühlt sind Sie, wenn Vitali im Ring steht?

Es geht. Wenn ich sehe, wie die Jungs marschieren, das tun, was sie eben am besten können, nämlich die anderen verprügeln, dann bin ich innerlich ganz ruhig und genieße das. Boxen ist schon ein großartiger Sport.

Die Metamorphose, die Vitali – ein herzensguter, lieber Mensch außerhalb des Rings – durchmacht, sobald er in den Ring steigt, muss doch auch für eine Schauspielerin faszinierend sein.

Absolut. Er wird diese Kampfmaschine. Aber es verblüfft mich nicht so sehr. Ich kannte die beiden ja als Boxer, ehe ich sie als Menschen kennen lernte. Daher war mir von Anfang an bewusst, dass bei beiden zwei Seiten zum Charakter gehören. Das sind eben die zwei Seiten derselben Medaille, die erst den vollständigen Menschen ausmachen.

Wenn man Sie sich am Ring so ansieht, dann wirken Sie selbst auch wie eine echte Kämpferin.

Absolut, ich bin extrem lebhaft, kämpfe innerlich mit. Ich gebe auch sonst nicht so schnell auf. Ich bin ein sehr aktiver Zuschauer – und kämpfen gehört bei mir schon dazu.

Sie haben früher viel Fußball gespielt.

Ja, aber ich durfte am Ende nie in der Mannschaft mitspielen, ich war den anderen Mädchen zu wild, zu hart. Ich konnte da richtig hinlangen. Das ging so: „Hayden, du kannst nicht mehr mitmachen." Ich: „Wieso das denn?" Die anderen: „Weil es verboten ist, die anderen niederzurennen, weil es verboten ist, die Ellenbogen derart einzusetzen." Deswegen habe ich nie richtig mitspielen dürfen. Aber ich war jetzt beim Champions-League-Finale Bayern gegen Inter dabei, das war toll. Aber Boxen gefällt mir noch besser.

Kein Wunder, wenn der Freund Boxer ist...

Nicht wirklich, oder?

Sie kommen auch ganz schön rum, Madrid, Gelsenkirchen, mit Wladimir urlaubten Sie auch schon in Japan.

Ich bin gerne unterwegs, ich will die Welt kennen lernen. Ich bin keine, die sich immer nur an einem Ort, in seinen kleinen, überschaubaren Bereich aufhalten will. Wenn man unterwegs ist, dann kann kann man auch persönlich wachsen.

Interview: Matthias Kerber

 

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