Mehr Sport „2. Liga? Für mich schwer vorstellbar“

Denken strengt an: EHC-Coach Pat Cortina. Foto: Rauchensteiner/AK Foto: Rauchensteiner/Augenklick

EHC-Coach Pat Cortina steht noch unter Schock über die Lizenz-Verweigerung und macht sich Gedanken um seine Zukunft.

 

AZ: Herr Cortina, die DEL verweigert dem EHC München wegen einer Fristversäumnis die Lizenz für die höchste deutsche Spielklasse. Was sage Sie als Meistertrainer des EHC dazu?

PAT CORTINA: Im Moment befinde ich mich in einem Zustand des Schocks. Ich weigere mich, zu glauben, dass es das wirklich gewesen sein soll. Mein Kopf will nicht glauben, was meine Ohren hören.

Können Sie sich überhaupt vorstellen, den EHC in der kommenden Saison in der 2.Liga zu trainieren, nachdem Sie sportlich den Aufstieg schafften?

Eine ganz schwere Frage. Ich sage es mal so: Ich muss mich schon sehr extrem zwingen, wenn ich mir vorstellen soll, nach unserem sportlichen Erfolg plötzlich wieder am Nullpunkt zu stehen. Es wäre sehr schwer, sich dafür zu motivieren.

Stichwort Motivation: Wäre es überhaupt möglich, die Spieler, die jetzt Meister wurden, wieder zu Höchstleistungen zu pushen, wenn die wissen, dass man eh nicht in die DEL kommen kann?

Nun, wir waren am Ziel unserer Träume. Und dann Boom – alles vorbei, das wäre schwer zu verkraften. Es würde sicher Veränderungen in der Mannschaft geben müssen, das ist klar. Ich denke, die Mannschaft würde irgendwo schon noch Herausforderungen finden, denn es macht einfach Spaß zu gewinnen. Wir würden das schon irgendwie hinkriegen, das ist im Moment nicht meine größte Sorge.

Die dürfte eher das Umfeld des EHC, die Fans, die öffentliche Wahrnehmung sein.

Exakt! ich bin mir nicht sicher, dass die Fans, die Medien, die Sponsoren das mitgehen werden. Das macht mir schon Angst. Aber ich will mir über den Vorgang noch kein Urteil erlauben, ich will niemandem die Schuld zuschieben. Ich war beim Trainerlehrgang in Köln, habe daher nicht alles mitgekriegt. Klar ist nur, ich verstehe das alles nicht, kann es nicht nachvollziehen.

Interview: Matthias Kerber

 

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