Mehr Fußball Hasenhüttl gefeuert! Jetzt hat Haching Lust

Erste Niederlage im fünften Spiel: Hachings Trainer Ralph Hasenhüttl war stinksauer. Foto: sampics/Augenklick

UNTERHACHING - Drittligist trennt sich vom Trainer. Kommt Ex-Kapitän Copado als Manager?

 

Wirklich überraschend kam die Nachricht nicht, die die SpVgg Unterhaching am Montagabend verbreitete, auch wenn Torjäger Marcus Steegmann sich verwundert gab: „Ich wusste es noch nicht. Heute morgen beim Training waren keine Anzeichen dafür zu erkennen.“ Dafür, dass Ralph Hasenhüttl sein letztes Training im Sportpark geleitet haben sollte.

Nach zuletzt sechs Spielen ohne Sieg, nach nur fünf Punkten aus neun Spielen war Schluss für den 42-jährigen Österreicher, der beim enttäuschenden 1:1 am Sonntag gegen Dortmund II weitgehend regungslos auf der Trainerbank gesessen hatte und die Mannschaft schon seit Wochen nicht mehr erreicht haben soll. „Das Präsidium sah sich zum Handeln gezwungen“, hieß es in der um 18.15 Uhr verschickten Pressemittelung der SpVgg.

Nachfolger von Hasenhüttl wird sein bisheriger Co-Trainer Matthias Lust, dessen Assistent wird Ralf Bucher. Zwei Hachinger Urgesteine, zwei Aufstiegshelden von 1999 sollen die SpVgg wieder auf Kurs bringen. Die große Lösung ist das nicht, eher eine Sparvariante, schließlich kämpft der Drittligist nicht nur sportlich, sondern auch finanziell ums Überleben. Gerüchte, dass Hachings Mäzen und Schatzmeister, der Multi-Unternehmer Anton Schrobenhauser, am großen Rad drehen und seinen Schwiegersohn Francisco Copado als Manager installieren sowie Uwe Wolf als Trainer engagieren wolle, wies man in Unterhaching zurück. „Wolf ist kein Thema“, sagte der SpVgg-Manager über den früheren Löwentrainer, der bei Hasenhüttls letztem Spiel wie auch schon in den Wochen zuvor auf der Tribüne saß. „Zu ihm besteht kein Kontakt", sagt Hartmann.

Dass Copado, der frühere Haching-Kapitän, ihn auf Schrobenhausers Geheiß als Manager ablösen solle, mag Hartmann nicht glauben: „Den Herrn Schrobenhauser mit Putschversuchen in Verbindung zu bringen, ist eine Frechheit. Wir arbeiten seit 25 Jahren zusammen und sind befreundet.“

Heute leitet also Matthias Lust sein erstes Training als Chefcoach, einen neuen Vertrag aber bekommt der bisherige Co-Trainer nicht. Die Mannschaft übrigens war tatsächlich nicht vom Verein informiert worden über die Entlassung des Trainers. „Ich bin sehr traurig, das ist jammerschade“, sagt Kapitän Roman Tyce, „wir müssen uns natürlich mitschuldig fühlen am Rauswurf. Ich hoffe, er kommt nochmal vorbei."

Auch Steegmann gab sich „tief betroffen“, er sagte: „Jetzt sind wir als Mannschaft noch mehr gefordert, das Ruder rumzureißen und die Punkte zu holen. Es ist fünf vor zwölf."

Reinhard Franke

 

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