Mayrhofer als Präsident? Mitgliederversammlung bei 1860: Showdown im Zenith!

Das neue Löwen-Präsidium: Vizepräsident Peter Helfer, Präsidenten Gerhard Mayrhofer und die beiden anderen Vizes Erik Altmann und Heinz Schmidt. Foto: AK

Sonntag ist Mitgliederversammlung bei 1860. Wichtigste Frage: Wird Mayrhofer als Präsident bestätigt? Schon vor der Wahl gibt es Zoff. Warum es geht, welche Szenarien denkbar sind.

 

München - Gerhard Mayrhofer war in den vergangenen Wochen mit seinem Team auf Wahlkampftour. Gemeinsam mit seinen designierten Stellvertretern Heinz Schmidt, Peter Helfer und Erik Altmann besuchte der Kommunikations-Experte, der am Sonntag Löwen-Präsident werden möchte, die letzten Testspiele. Immer wieder stellte er sich, mit Löwen-Schal um den Hals, den Fragen der Fans und versuchte, sie mit freundlichen Worten und Volksnähe für sich zu gewinnen.

Dennoch droht am Sonntag bei der ersten Mitgliederversammlung des TSV 1860 im Zenith Ungemach. Zum einen, weil Mayrhofer noch längst nicht die Mehrheit der Mitglieder hinter sich weiß. Aber auch, weil den Löwen am Mittwoch ein Brief ins Haus flatterte – mit pikantem Inhalt. Ein Vereinsmitglied hatte beim Registergericht München am Vortag, also am Dienstag, einen Antrag gestellt, nach dem der noch amtierende Präsident Hep Monatzeder gar nicht mehr im Amt sein und auch Mayrhofers bevorstehende Wahl gar nicht stattfinden dürfe. Monatzeder war bei der Delegiertenversammlung nicht bestätigt worden, kommissarisch im Amt geblieben. Das Mitglied ist der Meinung, dass der Verein sofort einen Notvorstand hätte einsetzen müssen. Sein Vorschlag dafür: Erich Meidert, der Investor Hasan Ismaik an seiner Seite glaubt und seit April Präsident werden möchte.

Die Löwen reagierten gelassen auf das Schreiben des Gerichts – und berufen sich auf die bis April gültige Vereinssatzung. Demnach bleibe ein Präsidium so lange im Amt, bis eine „wirksame Neubestellung” geschaffen wurde. 1860 fühlt sich – und ist wohl – im Recht. „Dieser Antrag löst bei mir eine gewisse Empörung und Kopfschütteln aus", sagt Otto Steiner, der am Donnerstag sein Amt als Verwaltungsratschef abgab. „Es muss am Sonntag aber zur Sprache kommen, damit die Leute mal sehen, zu welchen Mitteln manche Personen greifen, um sich wieder in den Mittelpunkt zu rücken und Unruhe zu stiften – immer auf Kosten der Ruhe im Verein.”
Die wichtigsten Fragen zur Versammlung.


Worüber stimmen die Mitglieder am Sonntag ab? Am wichtigsten ist die Wahl des neuen Präsidiums. Dafür kandidieren Mayrhofer als Präsident und Schmidt, Helfer und Altmann als seine Vizes. Die Mitglieder – erwartet werden 1500 und 2000 – können dabei nur mit Ja oder Nein stimmen, Gegenkandidaten sind nicht vorgesehen. Darüber hinaus werden zwei weitere Mitglieder des Verwaltungsrates gewählt. 16 Kandidaten stehen zur Wahl. Unter ihnen: Meidert.

Welche Szenarien sind denkbar? Natürlich hoffen die Verantwortlichen, dass Mayrhofer und die Seinen durchkommen. „Dann würde endlich mal wieder Ruhe einkehren und wir könnten uns alle auf das Sportliche konzentrieren”, meint Steiner, der sich aber „auf alles einstellt”. Sollte nach Monatzeder auch der bisher bei 1860 weder negativ noch positiv sonderlich aufgefallene und kaum bekannte Mayrhofer durchfallen, würde der Klub sich endgültig als unregierbar erweisen.
Das würde „natürlich in gewisser Weise auch im Chaos enden”, gibt Steiner zu. Unmittelbare Folge wäre wohl der sofortige Rücktritt des gesamten Verwaltungsrates – und damit ein Sieg Ismaiks, der genau dies seit Monaten vehement fordert. Darauf spekuliert Meidert, der dann quasi freie Bahn hätte. Allerdings liebäugelt bei einem Rücktritt der Verwaltungsräte auch Ex-Präsident Dieter Schneider mit einer Rückkehr.

Was sagen die Fans? Der Fanklub-Dachverband Arge, bei dem Schneider noch immer große Sympathien besitzt, will keine Wahlempfehlung abgeben. Dasselbe gilt für Pro 1860. Allerdings sagt deren Vorsitzender Herbert Bergmaier: „Mayrhofer hat einen großen Vorteil: Er hat noch nichts falsch gemacht. Bei Mayrhofer fallen mir keinerlei Gründe ein, ihn nicht zu wählen.” Und er ergänzt: „Ich weiß auch nicht, ob mit diesem Präsidium jetzt alles besser wird – aber ich sehe auch keinen Grund, sie nicht zu wählen und ihnen nicht wenigstens mal eine Chance zu geben.” 

 

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