Masterplan Altstadt-Ring Radl-Lobby legt Konzept vor: Sicher im Kreis radeln

Baulich abgetrennt, rot markiert: So stellt sich der ADFC den Altstadt-Radlring in der Blumenstraße vor. Eine Autospur würde wegfallen. Foto: Visualisierung ADFC/Andreas Gregor

Der Münchner Stadtrat will prüfen, ob ein Radlring in der Innenstadt machbar ist. Der Radl-Lobby geht das zu langsam, sie legt selbst ein Konzept vor.

 

Altstadt - Dass die Situation für Fahrradfahrer in der Innenstadt nicht ideal ist, darüber bricht im Stadtrat inzwischen wohl kein erbitterter Streit mehr aus. Auch ein Radlring rund um die Altstadt scheint möglich, schon im Mai hatte Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) einen solchen bei ihrem Masterplan für die Altstadt eingebracht.

Kommende Woche wird der Stadtrat wahrscheinlich entscheiden, das Projekt zu prüfen. Und schon im Vorfeld gibt es daran Kritik: Denn den organisierten Radfahrern in der Stadt geht das alles viel zu langsam. Deshalb hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) nun sein eigenes Konzept für einen Radring öffentlich gemacht – für den das Bündnis Radentscheid auch schon Unterschriften sammelt.

ADFC: 40 Seiten für eine neue Altstadt-Radlstrecke

"Mutige Maßnahmen" möchte er umgesetzt sehen, so der Münchner Vorsitzende Andreas Groh, und nicht erst "endlose Untersuchungen". Auf gut 40 Seiten präsentiert der ADFC, wie eine neue Radl-Strecke aussehen könnte. Dafür hat der Fahrradclub den Ring in zehn Abschnitte unterteilt.

Gemein ist allen: Die Radwege sollen in der Regel 2,50 Meter breit sein, mindestens aber 2,30 Meter. An machen Stellen wünscht sich der Fahrradclub sogar eine Breite von drei Metern. Es sollen – in München bislang unüblich – Radstreifen sein, die durch eine bauliche Barriere von der Straße getrennt sind.

Das soll Sicherheit für Radfahrer schaffen. Aber auch Autofahrer daran hindern, auf dem neuen Fahrradweg zu parken.

So stellt sich der ADFC die Abschnitte vor

  • Blumenstraße ab Corneliusstraße: Von den vier Autospuren soll eine entfallen (Richtung Sendlinger Tor), die anderen werden auf drei Meter verschmälert. Stattdessen soll es in jede Richtung einen 2,50 Meter breiten Radweg geben.
     
  • Sonnenstraße: In jede Fahrtrichtung entfällt eine der drei Fahrspuren und wird durch je einen Radweg ersetzt.
     
  • Maximiliansplatz: Aus drei Fahrspuren pro Richtung werden zwei. Dafür gibt es je Richtung einen 2,80 Meter Radlweg.
     
  • Brienner Straße, Odeonsplatz: Sie soll nach dem Willen des ADFC eine Einbahnstraße werden, um Platz für einen Radweg je Richtung zu schaffen. Über den Odeonsplatz soll ein Radweg in den Hofgarten führen.
     
  • Hofgarten: Bislang teilen sich Fußgänger und Radfahrer einen Weg. Der ADFC will diesen in einen Rad- und einen Fußweg aufteilen.
     
  • Karl-Scharnagl-Ring: Laut ADFC ist hier kein Umbau für einen Radlring notwendig.
     
  • Thomas-Wimmer-Ring: Je Fahrtrichtung fällt von drei Fahrspuren eine weg und wird durch einen 2,80 Meter breiten Radweg ersetzt.
     
  • Frauenstraße zwischen Isartor und Zwingerstraße: Sie soll zu einer Einbahnstraße werden. Dafür soll es zwei Radwege und einen breiteren Fußweg geben.
     
  • Frauenstraße bis Viktualienmarkt: Wird zur Einbahnstraße mit zwei Radwegen und Lieferzonen.
     
  • Blumenstraße, Schrannenhalle: Wird eine Einbahnstraße mit zwei breiten Radwegen. Parkplätze sollen durch Radabstellplätze ersetzt werden.

Lesen Sie hier: Altstadtring in München - Rundum Bahn frei für Radler?

 

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