Markus Babbel "Da sind noch Steine im Rucksack"

Der Ex-Bayer holt beim Debüt mit Hoffenheim einen Punkt – und wähnt sich auf einem guten Weg.

 

1:1. So wie er bei Hertha aufgehört hatte, so fing er mit Hoffenheim nun an. Keine zwei Monate ist es her, dass Markus Babbel mit dem Hauptstadtklub im Kraichgau einen Punkt holte und danach auf einer so denkwürdigen wie tragigkomischen Pressekonferenz vom Kollegen Holger Stanislawski mehr oder weniger vorzeitig verabschiedet wurde. Nun sitzt Babbel auf Stanislawskis Stuhl und nahm nach dem in letzter Minute verpassten Sieg in Bremen erst mal seine verunsicherte Mannschaft in Schutz: „Natürlich sind bei jedem auch noch ein paar Steine im Rucksack drin. Die müssen wir noch ausladen.“
Für zwei, drei Sekunden erstarrte Babbel beim Last-Minute-Gegentor. Dann schüttelte er sich fast demonstrativ und forderte von seinem neuen Team lautstark Konzentration auf die dreiminütige Nachspielzeit. Der späte Ausgleichstreffer der Gastgeber in der 90. Minute mochte den greifbaren Sieg von 1899 Hoffenheim bei Werder Bremen zunichte gemacht haben, vom Pauschallob für seine Schützlinge rückte der Coach nach dem Debüt auf der Trainerbank der Hoffenheimer aber nicht ab. „Über eine lange Zeit haben die Jungs sicher gestanden. Nach nur einer Trainingseinheit haben sie schon gut verstanden, wie wir uns als Trainerteam solides Defensivverhalten vorstellen“, sagte der 39-Jährige nach dem ersten Punktgewinn des Bundesliga-Zehnten an der Weser.
48 Stunden nach der Inthronisierung Babbels besannen sich seine Schützlinge auf die Sekundärtugenden: Sie standen tief, doppelten mit viel Laufarbeit ihre Gegenspieler und wagten sich nur mit solider Absicherung in die gegnerische Hälfte. All dies gestützt von einem schnellen Führungstor per Kopfball durch Innenverteidiger Jannik Vestergaard in der fünften Minute. Erst in der Schlussminute kam Bremen durch Marko Arnautovic noch zum Ausgleich.
Der neue Chefcoach in Sinsheim scheint anzukommen beim Personal. „Er hat uns ganz sachlich gesagt, dass wir unsere Qualitäten haben, und genau die haben wir in Bremen gezeigt“, sagte Marvin Compper, und Daniel Williams ergänzte: „Die Basis für Erfolg ist Ordnung auf dem Platz. Das hat uns der neue Trainer gleich vermittelt.“

 

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