Frau aus Freising infiziert Coronavirus: Zahl der Fälle in Bayern steigt auf zehn

, aktualisiert am 04.02.2020 - 17:23 Uhr
Informationen über das Coronavirus auf einem Display am Flughafen München - im Freistaat Bayern gibt es aktuell zehn Infizierte. Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Coronavirus in Deutschland: Am Abend meldete das bayerische Gesundheitsministerium einen weiteren Fall. Damit gibt es in dem Bundesland zehn und bundesweit zwölf Infizierte. Einer der Patienten, die zuletzt auch Wuhan zurückgekehrt sind, lebt in Freising.

 

München - Bayern hat zwei weitere Coronavirus-Fälle: Damit stieg die Zahl der Infizierten in dem Bundesland auf zehn und bundesweit auf zwölf Menschen. Es handelt sich um einen Mann und um ein zweites infiziertes Kind, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte.

Den zwölf in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen ging es am Montag soweit gut. Die Betroffenen aus Bayern - darunter der Vater und seine beiden Kinder - seien in "gesundheitlich stabilem Zustand", teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit.

Freisingerin erkrankt an Coronavirus

Unter den beiden infizierten Personen, die am Samstag mit einem Bundeswehrflugzeug aus Wuhan nach Frankfurt am Main zurückgebracht wurden, befindet sich auch eine Frau aus dem Landkreis Freissing. Die 45-Jährige befindet sich seit dem Nachweis der Krankheit in Quarantäne auf der Infektionsstation des Universitätsklinikums Frankfurt am Main. Beiden infizierten Rückkehrern ging es den Ärzten zufolge gut, sie seien symptomfrei. Allerdings müssten sie auf der Isolierstation bleiben, bis sie virenfrei seien.

Einige Infizierte hätten grippeähnliche Symptome gehabt, hieß es weiter. Der Erreger war bei acht Mitarbeitern des Autozulieferers Webasto in Stockdorf bei München nachgewiesen worden. Zudem wurden zwei Kinder eines Erkrankten positiv auf die neue Lungenkrankheit getestet. Bei Webasto war zuvor eine infizierte Kollegin aus China zu Gast gewesen, die ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt hatte.

Ministerium: "Ende der infektiösen Periode nicht sicher anzugeben"

"Es wird täglich mit einem Testverfahren geprüft, ob die Erreger bei den Patienten noch nachweisbar sind. Solange bei diesen Tests noch Coronaviren nachgewiesen werden können, bleiben die Patienten in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden in der Klinik", sagte ein Ministeriumssprecher am Abend auf Anfrage. "Das entspricht dem derzeitigen Wissensstand über die Erkrankung. Klar ist: Das Ende der infektiösen Periode ist momentan nicht sicher anzugeben."

Der Webasto-Firmensitz bleibt wegen der Krankheitsfälle weiter geschlossen. Die zunächst bis zum Dienstag geplante Regelung werde bis zum 11. Februar verlängert, teilte das Unternehmen mit. Ein Mitarbeiter hatte sich dort bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die inzwischen wieder in ihrer Heimat ist. Bei der Firma hatte es in der vergangenen Woche umfangreiche Tests für Mitarbeiter gegeben, bisher liegen laut Ministerium 143 Ergebnisse vor.

Der Großteil der Mitarbeiter sei nun weiter gebeten, im Homeoffice zu arbeiten, hieß es. "Wir haben daher beschlossen, dass ein Großteil der mehr als 1.000 Mitarbeiter weitere neun Tage von zuhause arbeitet. Das sind dann seit unserer Schließung insgesamt zwei Wochen", erläuterte Vorstandschef Holger Engelmann schriftlich. "Damit orientieren wir uns an der von Experten für den Virus angenommenen längsten Inkubationszeit von 14 Tagen."

Gesundheitsministerin Huml: Arztpraxen und Kliniken gewappnet

Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sind bayerische Arztpraxen und Krankenhäuser gut auf eine mögliche Zunahme der Coronavirus-Infektionen vorbereitet. "Wir haben alle ambulanten Ärzte informiert und wir haben auch in den Krankenhäusern Bayerns, vor allem im südbayerischen Raum, nach Bettenkapazitäten gefragt, um hier eine gewisse Vorbereitung zu treffen, falls es notwendig sein sollte, mehrere Hundert Personen isolieren zu müssen", sagte Huml dem Radiosender "Bayern 2".

Allerdings sei völlig offen, ob sich eine solche Notwendigkeit ergeben und wie sich die Lage entwickeln werde. "Das ist sehr, sehr schwer abzuschätzen. Wir tun alles, dass wir das möglichst eindämmen." Huml sagte weiter, bisher sei es gelungen, die Herkunft der Fälle nachzuverfolgen. "Aber gleichzeitig ist es natürlich so, dass wir noch nicht die Sicherheit haben, dass man sagen kann "wir haben jetzt die Kette durchbrochen". 

In China erhöhte sich unterdessen die Zahl der Toten auf mehr als 360, die Zahl der bestätigten Infektionen in China kletterte sprunghaft um knapp 3.000 auf mehr als 17.000 Fälle.

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