Mann mit Samuraischwert Amok in Sendling: "Schwert, Schwert, tot, tot"

Polizisten umstellen das Mietshaus, in das sich der Schwert-Kämpfer geflüchtet hat. Foto: privat

Ein 39-Jähriger läuft mit einem ein Meter langen Samurai-Schwert durch die Straßen. Wie Anwohner den bizarren Amoklauf erlebten.

 

Sendling - Mit einem Schlag bricht am Mittwochmorgen in dem Mietshaus nahe dem Tierpark die Angst aus. Ein Mann mit Samurai-Schwert in der Hand stürmt brüllend durchs Treppenhaus und droht: „Ich erschlag’ euch alle.“

Mit dem Schwert in der Hand hat Christian H. kurz nach acht Uhr seine Wohnung in Sendling verlassen. Er läuft zur Thalkirchner Straße und weiter in Richtung Tierpark. Passanten rufen in Panik die Polizei. Die Gegend wird abgeriegelt. In der Emil-Geis-Straße rennt der Mann in eines der Häuser.

Mit dem Schwert in der Hand drischt er gegen Wohnungstüren. Er brüllt: „Schwert, Schwert. Tot! Tot!“ Student Stefan S. (Name geändert) hat sich eben erst hingesetzt, um für seine Uni-Prüfung am Donnerstag zu lernen. „Bei dem Radau kann sich kein Mensch konzentrieren“, schimpft er. Als er den Kopf kurz zur Wohnungstür rausstreckt, um nachzusehen, schreit ihn ein bewaffneter Polizist mit Gesichtsmaske und schusssicherer Weste an: „Zurück, hier läuft ein Irrer mit einem Schwert rum!“

Vom Küchenfenster aus beobachtet der Student, wie immer mehr schwer bewaffnete SEK-Beamte über den Balkon den ersten Stock des Hauses entern. Auch über die Emil-Geis-Straße dringen Spezialkräfte der Polizei in das umstellte Mietshaus ein.

Systematisch treiben sie den Schwert-Mann in die Enge. Der 39-Jährige stammelt wirres Zeug, brabbelt von seinem Handschuh und seinem Fuß. Als die Polizisten näher kommen, flippt er aus. „Scheißbullen“, brüllt er, „kommt nur, ich führe nicht den ersten Schlag.“ Mehrere Polizisten stürzen sich auf den offenbar verwirrten Mann.

Vor dem Haus wartet bereits ein Rettungswagen. Gefesselt wird Christian H. ins Krankenhaus gebracht. Er hat einige Blessuren. Inzwischen ist er in der Psychiatrie in Haar. Warum der 39-Jährige ausflippte und mit einem ein Meter langen Samurai-Schwert durch Sendling lief, ist unklar.

Christian H. ist nach Polizeiangaben psychisch krank. In seiner Nachbarschaft gilt der Münchner als „freundlich und hilfsbereit.“ Er lebt allein, zurückgezogen in Sendling. Mit einem Schwert hat ihn nie zuvor jemand rumlaufen sehen – bis Mittwochmorgen.

 

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