Malaysia-Airline MH370 News zur Boeing: Blackbox, Terror, Feuer an Bord?

Eine Maschine der Malaysia-Airline wird starktlar gemacht (Symbolfoto). Foto: AFP

Die Suche nach den Wrackteilen der MH370 wurde wieder unterbrochen. Malaysia hat das Flugzeug aufgegeben. Kann die Blackbox überhaupt gefunden werden? Alle News zur vermissten Boeing.

Perth/Kuala Lumpur - Die Angehörigen der Passagiere des Fluges MH370 demonstrieren. Sie geben den malaysischen Behörden und der Fluggesellschaft eine Mitschuld an dem Flugunglück. Wir wollen die Wahrheit“, lautete der Schriftzug eines Transparents.

Zumindest am Absturz der Boeing besteht kein Zweifel mehr.

Aber werden die Wrackteile nie geborgen? Wieviel Hoffung gibt es, den Flugschreiber, die sogenannte Blackbox zu finden?

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Wird die Suche aufgrund der hohen Kosten abgeblasen?

Was ist auf dem Flug der MH370 passiert?

Der Londoner "Telegraph" berichtet über Insider, die einen Terror-Anschlag für immer wahrscheinlicher halten. Demnach sei ein Feuer und ein Ausfall der Technik nicht für den Absturz der Boeing verantwortlich. Dagegen spreche die ungewöhnliche Fluglinie. Ein Brand hätte vermutlich auch die Kommunikationssysteme nicht zerstört. Laut der Informanten des "Telegraph" glauben die Ermittler an einen "absichtlichen Akt" eines Sachkundigen an Bord. Über das Motiv gibt es keine Hinweise.

Wonach genau wird ermittelt und wer ist verantwortlich?

Die Polizei in Malaysia ermittelt offiziell wegen Sabotage, Entführung und Terrorismus. Die Ermittler haben auch einen technischen Fehler an Bord nicht ausgeschlossen. Weil die wahrscheinliche Absturzstelle in internationalen Gewässern liegt, leitet Malaysia als Heimatstaat des Flugzeugs weiter die Ermittlungen.

Wo liegt die Maschine?

Flug MH370 stürzte nach Angaben der malaysischen Regierung 2500 Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth ins Meer. Dies hätte neue Satellitendaten zur zurückgelegten Flugstrecke der Boeing 777 ergeben, hatte Regierungschef Najib Razak am Montag gesagt.

Lässt sich die Blackbox überhaupt bergen?

Sobald Wrackteile eindeutig identifiziert sind, können Meeresforscher anhand der Strömungsmodelle feststellen, wo die Maschine ins Wasser getaucht sein muss. Die Zeit drängt: Die Blackbox, die technische Daten und Gespräche im Cockpit aufzeichnet, funkt etwa 30 Tage lang ein Signal. Das ist nach Angaben von Experten noch aus mehr als 4000 Metern Wassertiefe zu empfangen – so tief dürfte das Meer in dem angenommenen Absturzgebiet sein.

Funkstille wäre etwa ab dem 7. April. Bei einer Air France-Maschine, die 2009 über dem Atlantik abstürzte, dauerte es nach dem Fund erster Bruchstücke noch zwei Jahre, bis das Wrack geortet war.

Wie gehen die Such- und Bergungsarbeiten weiter, sobald Trümmerteile gefunden sind?

Zuerst bergen Schiffe mit Kränen die auf der Wasseroberfläche treibenden Trümmer. Experten könnten dann die genaue Absturzstelle ermitteln, indem sie die Meeresströmung zurückverfolgen. Dort würden U-Boote die Suche in mehreren tausend Metern Meerestiefe fortsetzen, sagte der Hamburger Luftfahrtexperte Cord Schellenberg am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Wie würde tief unter der Wasseroberfläche gesucht?

Das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel rechnet mit einem entsprechenden Auftrag. Das unbemannte U-Boot „Abyss“ ist für eine Suche in Tiefen bis zu 6000 Metern geeignet. Bei der Bergung geht es vor allem um das Finden des Flugdatenschreibers.

Wieso wird die Suche immer wieder unterbrochen?

Schlechtes Wetter und starker Wind macht den Flugzeugen und Schiffen bei der Suche nach Wrackteilen zu schaffen. Die Wellen seien bis zu vier Meter hoch, Sturmböen und heftigen Regen im Anmarsch und die Wolken hingen teils nur 60 Meter über der Wasseroberfläche, teilte die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) mit. Das Versorgungsschiff „HMAS Success“ musste die Region verlassen. Flugzeuge können immer wieder nicht starten.

Was kostet die Suche nach der MH370?

Die Bergung der abegstürzten Boeing könnte die teuerste Bergung aller Zeiten werden. Experten rechnen mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Die Kosten müssen Staat und Versicherer bezahlen. Ein Anreiz für Malaysia, die Suche bald aufzugeben? Wie Faz.net schreibt, "haben die ersten Versicherungskonzerne bereits mit der Auszahlung der Schadenssummen begonnen". Darunter sei auch die Allianz, die das Versicherungskonsortium für Malaysia Airlines anführt. Mit im Boot seien auch die Axa und die Hannoversche Rück. Diese rechnen mit rund 30 Millionen Euro für das Unglück.

Wie reagieren die Angehörigen?

Nach der Trauer folgt Wut. In einem Protestzug durch Peking haben Hunderte Angehörige der Passagiere von Flug MH370 sowie Unterstützer ihrem Unmut gegen die malaysische Regierung und die Fluggesellschaft Luft gemacht. Mit Transparenten durchbrachen sie am Dienstag eine Polizeiabsperrung und protestierten vor der malaysischen Botschaft. Sie fordern "Wahrheit".

Was sagt die Malaysia-Airline?

„Wir wissen nicht, warum, wir wissen nicht wie diese schreckliche Tragödie passiert ist. Aber als Malaysia Airlines-Familie beten wir alle für die Passagiere und die Besatzung von Flug MH370“. (Malaysia Airlines-Chef Ahmad Jauhari Yahya am Dienstag).

Wieso ist China so sehr an der Aufklärung interessiert?

Zwei Drittel der Insassen des Flugs MH370 waren Chinesen. China hat Malaysia inzwischen aufgefordert, die Satellitenbilder herauszugeben, die nach malaysischen Regierungsangaben einen Absturz des vermissten Fluges MH370 über dem Indischen Ozean belegen. Der chinesische Vizeaußenminister Xie Hangsheng verlangte am Montag bei einem Treffen mit dem malaysischen Botschafter in Peking, Iskandar Bin Sarudin, "detailierte Beweise".

 

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