Mainstockheim Nach Streit mit den Anwohnern: Flüchtlingsunterkunft wird geräumt

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20 Asylbewerber sind in Mainstockheim untergebracht. Doch nach massiven Bedrohungen wird das Heim vorübergehend geschlossen

 

Mainstockheim Bewohner sollen sich mit Stuhlbeinen bewaffnet haben und Anwohner mit Baseballschlägern: Nach Streitigkeiten zwischen Asylbewerbern und Nachbarn wird eine Flüchtlingsunterkunft im nordbayerischen Mainstockheim geräumt. Die rund 20 Flüchtlinge aus dem Kosovo werden auf andere Unterkünfte verteilt, teilt die Regierung von Unterfranken mit.

Mit der vorübergehenden Räumung wolle man zur Entspannung der Situation in Mainstockheim beitragen. „Es bedeutet nicht, dass die Einrichtung stillgelegt wird“, betont ein Sprecher.

Laut BR waren in den vergangenen Tagen bereits vier Flüchtlinge umgesiedelt worden, die für Unruhe gesorgt hatten. Sie sollen für Übergriffe und Sachbeschädigungen verantwortlich gewesen sein.

Am Wochenende war es dann wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Asylbewerbern und Anwohnern gekommen. Am Sonntagnachmittag hatte sich die Stimmung immer weiter aufgeheizt, ein Mann wurde schwer verletzt. Am Abend hatten sich nach Polizeiangaben etwa 300 Menschen in dem Ort versammelt, darunter auch Personen aus dem rechten Lager.

Ermittler vermuten eine Privatfehde hinter den Auseinandersetzungen

Bereits in der Nacht zum Freitag hielten sich Anwohner vor dem Flüchtlingsheim auf, manche hatten Schlagwerkzeuge dabei. Die Bewohner sollen sich mit Stuhlbeinen bewaffnet haben. Die Polizei verhinderte eine Eskalation.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Vorkommnisse aus der Vergangenheit zu Differenzen zwischen den Anwohenrn und den Asylbewerbern geführt haben. Laut einem Polizeisprecher sind die Gründe für die Auseinandersetzung in einer Privatfehde zu suchen. Eine Gruppe von Flüchtlingen aus Mainstockheim soll im benachbarten Kitzinger Freibad handgreiflich geworden sein und Frauen sexuell belästigt haben.

Die Polizei ermittelt bereits wegen des Verdachts auf schweren Hausfriedensbruch und wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch.

 

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