Machbarkeitsstudie "Freuen uns wie Schnitzel“: Isarflussbad ist möglich

Benjamin David vom Verein Isarlust schwimmt im Sommer eh jeden Morgen zur Arbeit. Doch ist das eine Ordnungswidrigkeit. Noch. Foto: Alexander Heinl/dpa

Eine Machbarkeitsstudie zeigt zwei Varianten, wie Münchnerinnen und Münchner bald in der Stadt planschen könnten. "München wird damit noch mehr an Lebensqualität gewinnen. Wir sollten die Planungen jetzt zügig vorantreiben", sagt Josef Schmid.

München - Es ist 15 Uhr und Benjamin David hat immer noch nicht gefrühstückt – aber was soll's, auch diesen Anruf nimmt er noch an und plaudert noch einmal ausführlich über die guten Neuigkeiten: Das Isarflussbad, für das David und der Verein Isarlust seit Jahren getrommelt haben, scheint laut einer Machbarkeitsstudie zum Greifen nah.

Die Studie, die der Stadtrat 2016 in Auftrag gegeben hat, kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass es zwei Varianten gibt, die "aus Sicht des Erstellers großflächige Bademöglichkeiten im Bereich der innerstädtischen Großen Isar bieten": von der Corneliusbrücke bis zum Praterwehr oder bis zur Ludwigsbrücke und am Alpinen Museum auf der Praterinsel.

Benjamin David: "Eine große Herausforderung"

"Wir freuen uns wie ein Schnitzel, ach was: wie fünf Schnitzel!", sagt David, der mit seinem Verein gern das Flussbad betreiben würde. "Mit der Studie haben wir die wichtigste Hürde genommen. Es ist toll, zu sehen, dass München offenbar bereit ist, sich was zu trauen."

Es gab schon einmal ein Flussbad in der Stadt: mit Kiesstränden gegenüber von Sankt Lukas. Doch dann erließ im Jahr 1976 der Stadtrat die Bade- und Bootsverordnung. "Das Verbot nun wieder aufzumachen ist für viele, insbesondere Juristen, eine große Herausforderung", sagt David.

Dass juristisch und sicherheitstechnisch noch viele Details zu klären sind, das betont auch die Studie, die am 10. Juli im Umweltausschuss vorgestellt wird. Die bauliche Umsetzung ist darin viel komplexer veranschlagt, als der Verein Isarlust das in seinen Vorschlägen getan hat – und die möglichen Kosten sind damit von 600.000 Euro auf 16 bis 34 Millionen Euro gestiegen.

Josef Schmid: "Planungen zügig vorantreiben"

"Aber wenn man das Bad für eine breite Bevölkerungsgruppe, für Kinder und Familien nutzbar machen will, muss man das natürlich so sicher wie möglich planen", sagt David. Und ein weiterer Aspekt wird sicher in die Planungen in den nächsten drei bis fünf Jahren einfließen: "Das Projekt ist vor Ort nicht unumstritten", sagt der örtliche CSU-Landtagskandidat Hans Theiss. "Anwohner fürchten Lärm und eine zunehmende Eventkultur an der Isar." Er sei Fan der Idee, "vor dem erfrischenden Bad brauchen wir aber einen ehrlichen und offenen Dialog".

Bürgermeister Josef Schmid, Isarflussbad-Fan der ersten Stunde, sagte am Freitag der AZ: "Das wird viele Münchnerinnen und Münchner freuen – mich eingeschlossen. Mit dem Flussbad wird der Erholungsraum Isar weiter aufgewertet. München wird damit noch mehr an Lebensqualität gewinnen. Wir sollten die Planungen jetzt zügig vorantreiben."

Was Schmid übrigens auch sagte, als die Debatte um das Flussbad gerade begann: "Wenn es so weit ist, werde ich bei der Eröffnung gerne einen Tag lang die Bademeister unterstützen." Man muss ihn vielleicht nochmal dran erinnern.

 

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