Lustspielhaus Michael Altinger über sein Programm „Schlaglicht“

 Foto: Robert Braunmüller / TV/Medien

Michael Altinger spinnt mit „Schlaglicht“ seine theatralischen Kabarettgeschichten im Lustspielhaus weiter

 

In der Männeryoga-Gruppe bearbeiten wir die Haltungsschäden, die wir uns beim Geburtsvorbereitungskurs zugezogen haben und bewegen uns erfolgreich auf der Sinnsuche, irgendwo zwischen Craft-Beer-Seminaren und Grill-Kursen“, schreibt Michael Altinger. Sein neues Programm „Schlaglicht“, das er am Mittwoch im Lustspielhaus vorstellt, hat sich den Heilsbringern verschrieben, den politischen inklusive.

AZ: Herr Altinger, als Kabarettist eine Trilogie anzukündigen, klingt schon schwer nach Hybris. Wie viele Jahre können Sie denn in die Zukunft schauen? Oder haben Sie jetzt schon so viel Stoff in petto, dass das für drei Programme reicht?
MICHAEL ALTINGER: Trilogie kommt einfach unheimlich gut. So eine Fortsetzungsgeschichte ist doch mal eine schöne Herausforderung. Ich habe mir ein großes Grundthema überlegt: den Umgang mit Wahrheit und Moral. Wahrheit verkommt ja immer mehr zur Option, wird zur Ware. Wie kann ich Geld damit verdienen? Oder inwiefern kann ich mich rauswinden, wenn die Wahrheit Richtung Strafbarkeit führt? Das ist so ein großes Thema – daraus mache ich gleich drei Programme. Trilogie klingt ja immer so nach „Herr der Ringe“, nach Größe, und das mal auszuprobieren, darauf hatte ich einfach Bock.

Das neue Sequel vom Altinger Michi! Teil II: „Schlaglicht“. Der erste Teil hieß „Hell“, dann wird es im dritten also „Finster“, oder? Aber das müssen Sie ja offen lassen. Die in Hollywood machen das auch immer so.
Es geht schon in Richtung Apokalypse, die aber natürlich eine Altinger-Apokalypse sein wird, also auch eine freudige.

In der Ankündigung zu „Schlaglicht“ heißt es: „Sie haben den ersten Teil verpasst? Egal – man muss ja auch kein Pferd geritten haben, um ein Auto zu fahren.“ Trotzdem nachgefragt: Worum ging’s in „Hell“?
Um einen eigentlich recht lapidaren Autounfall: Als Unfallverursacher gebe ich meine Schuld sofort zu, verspreche alles über die Versicherung zu regeln, freunde mich mit dem Unfallgegner sogar an. Aber dann stellt sich langsam heraus, dass es doch zu Kosten für mich kommt – und dann dreht sich die ganze Unfallsituation samt Schuldfrage komplett um, so dass nun für mich der Andere der Schuldige ist. Am Ende fällt aber alles auf mich zurück. Der Unfallgegner ist ein gewisser Hellmut Lux – mit zwei L.

Verstehe: die Lichtgestalt.
Der wird für mich im zweiten Teil nun zum großen Heilsbringer. Einer von der Sorte Trump und Erdogan, die für alles eine Lösung haben oder Dinge erfinden, die alle glücklich machen. Von denen man sich gerne abhängig macht, von denen man komplett verarscht wird. Aber das macht ja nix, weil der so toll ist! Diese Figur Hellmut Lux ist der rote Faden durch die Trilogie. Der Übervater, nach dem wir uns alle sehnen.

Klingt nach viel Spaß beim Geschichte-Spinnen.
Absolut. Alex Liegl und Thomas Lienenlüke haben mitgesponnen, Gabi Rothmüller Regie geführt. Wer den ersten Teil gesehen hat, hat ganz klar einen Mehrwert, aber für die anderen gibt es eine kurze Einführung, nach der man schnell dabei ist. Man kann ja auch den zweiten Teil von „Herr der Ringe“ anschauen, ohne den ersten gesehen zu haben. Diesmal ist die Grundgeschichte eine Grillparty, die hinter der Bühne stattfindet, und da wird der Hellmut Lux erwartet. Natürlich in Strunzenöd, ist ja klar. Und ganz Strunzenöd wartet darauf, dass der Heilsbringer endlich kommt.

Einen anderen Heilsbringer haben Sie vor ein paar Wochen abgefeiert: „Auch das Christkind muss dran glauben“ heißt ihr jüngstes Buch, „eine total verlogene autobiografische Weihnachtslesung mit einem sehr wahren Kern“, heißt es in der Ankündigung. Das mit Weihnachten musste mal raus, oder?
Weihnachten ist schon immer ein großes Thema für mich gewesen. Ich bin einfach ein Weihnachtsnarr, hatte ja 20 Jahre lang dieses Weihnachtsprogramm, das ich dann aber mal aufgehört habe. Künstlerisch wollte ich das Thema aber nicht loslassen und habe nun aus Teilen des Programms und ein paar neuen Geschichten dieses Buch geschrieben, das jetzt in eine zweite Auflage geht. Ich hatte im Dezember ein paar Lesungen mit einem Bluesmusiker gemacht, was ein großer Spaß war und was wir im nächsten Advent wieder machen werden.

Martin Julius Faber, Ihr ewiger Begleiter an Gitarre, Keyboard und Schlagzeugcomputer ist in „Schlaglicht“ wieder mit von der Partie, oder?
Jaja, ganz wichtig! Er bekommt diesmal einen Star-Auftritt, zum ersten Mal seit 25 Jahren, ein absolutes Novum! Martin wird vorne am Mikrofon stehen – ich verrate nicht mehr, als dass es sensationell wird.
 
Von Mittwoch bis Samstag, 8. Februar, 20 Uhr

 

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