Lufthansa-Streik Streik am Münchner Flughafen: Chaos bleibt aus

Warten, hieß es für viele Passagiere am Dienstag am Münchner Flughafen. Das große Chaos blieb jedoch aus. Foto: dpa

In München blieb das große Chaos bei Streikbeginn am Dienstagmittag aus. Viele Passagiere konnten dank Umbuchungen dennoch in den Urlaub fliegen.

 

München – Sorgenvolle Blicke zur Anzeigentafel, eine wachsende Warteschlange am Ticketschalter und eine im Transit-Bereich gestrandete Fußballmannschaft aus Malta – das waren die ersten sichtbaren Folgen des Lufthansa-Flugbegleiter-Streiks am Dienstag am Münchner Airport. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, viele Passagiere wurden auf andere Flüge umgebucht. Die Lufthansa wollte nach Angaben eines Sprechers von den im Streikzeitraum geplanten 450 Flügen dennoch bis zu dreiviertel starten lassen.

Betroffen waren vor allem Urlauber mit Sonnenzielen, darunter viele Familien mit Kindern. Check-in Assistenten in Lufthansa-gelben T-Shirts fragten die Passagiere im Terminal 2 nach ihrem Reiseziel. War der Flug von den Streiks betroffen, wurden die Fluggäste zum Lufthansa-Ticketschalter weitergeschickt. Viele Passagiere erfuhren erst am Airport, dass ihr Flug annulliert wurde. „Jetzt hoffen wir, dass der Service gut ist und eine Umbuchung für unseren Flug nach Rom klappt“, sagte ein Ehepaar aus Regensburg auf dem Weg zum Ticketschalter. „Man kann ja die Flugbegleiter verstehen, dass sie ihre Interessen vertreten, aber wenn man selbst betroffen ist, dann ist das natürlich ärgerlich. Das es uns heute trifft, ist Pech. Meistens fahren wir mit der Bahn in den Urlaub und fliegen nur alle paar Jahre.“

Nach 25 Minuten am Ticketschalter war für die Fluggäste aus Regensburg alles geklärt – und der Reise nach Italien stand nichts mehr im Wege. Die Passagiere wurden auf eine italienische Fluggesellschaft umgebucht und ihr Hotel in Rom informiert. Die Erleichterung stand dem Ehepaar ins Gesicht geschrieben: „Das Service-Personal hat sich sehr bemüht. Wir dachten schon, wir können heute gar nicht mehr fliegen und müssen uns hier am Flughafen ein Hotel nehmen. Das wäre ärgerlich gewesen. Jetzt kommen wir mit vier Stunden Verspätung in Rom an, das ist nicht tragisch.“

Als Transit-Passagiere strandete am Münchner Airport die komplette maltesische U21 Fußballnationalmannschaft in ihren roten Trainingsanzügen auf dem Weg zu einem Qualifikationsspiel in Kiev. Spieler und Funktionäre waren verärgert. „Wir sind mittags aus Malta hier gelandet und wollten nach Kiev weiterfliegen. Dort haben wir ein wichtiges Spiel. Aber jetzt wurde unser Flug gestrichen und wir wissen nicht, ob wir noch einen anderen Flug bekommen“, sagte Ray Farrugia, Trainer der Mannschaft. „So verlieren wir einen Tag Vorbereitungszeit für das Spiel am Donnerstag dank Lufthansa. Das ist nicht gut für unsere Spieler.“ Der Malteser war mit der Organisation der Lufthansa nicht zufrieden. „Das ist seltsam für eine deutsche Firma. Schließlich sind die Deutschen sonst für ihre Pünktlichkeit bekannt. Aber heute sind wir sehr unzufrieden.“

Ein junger Mann mit Flugziel Lissabon hatte bereits von zu Hause aus die Service-Hotline der Lufthansa angerufen. „Ich wurde schon auf einen anderen Flug umgebucht“, sagte er erleichtert. Mit dem Service der Lufthansa war er sehr zufrieden. „Man hat sich gut um meine Umbuchung gekümmert. Jetzt hoffe ich, dass beim Boarding auch noch alles klappt. Denn dann lande ich sogar drei Stunden früher in Lissabon als ursprünglich geplant.“

Von den Streiks betroffen waren auch viele Familien mit Schulkindern auf dem Weg in den Urlaub. Aber auch sie blieben erstaunlich ruhig, so auch eine dreiköpfige Familie mit dem Reiseziel Portugal.„Wir wurden auf eine portugiesische Airline umgebucht und kommen heute noch weg“, sagte der Vater. „Jetzt ist alles gut.“ Großes Chaos blieb in den ersten Stunden des Streiks am Münchner Flughafen aus. Neben Reisenden mit sorgenvollen Mienen traf man am Lufthansa Check-in auch viele Passagiere an, die vom Streik nicht betroffen waren. Sie konnten planmäßig ihr Flugzeug besteigen.

 

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