Luftgitarren-Meisterschaft Unser Star für Oulu

„Lady Liberty“ in Action – so will die Münchnerin Deutschland bei der Luftgitarrenweltmeisterschaft vertreten. Foto: Sebastian Gabriel

Sabrina Schramm hat gerade die deutsche Luftgitarrenmeisterschaft gewonnen – und sich damit für die WM in Finnland qualifiziert. Dort winken Ruhm, Ehre und tausende Zuschauer

 

Als Sabrina Schramm die Werbung für die bayerische Luftgitarrenmeisterschaft im Rockclub „Backstage“ hängen sah, da sagte sie sich: „Wenn ich trotz meines Kreuzbandrisses letztes Jahr noch einen ’knee slide’ hinlegen kann, dann mache ich mit.“ Wenig später schlitterte sie auf Knien durchs ganze Wohnzimmer. Perfekt.

Luftgitarre spielen, sagt die 23-Jährige aus Obermenzing, das macht sie eigentlich „schon immer“, als Rock-Fan. „Ich hätte auch nicht gedacht, dass das jetzt so groß wird.“ Denn gerade hat Sabrina Schramm nach den Bayerischen auch die Deutsche Luftgitarrenmeisterschaft gewonnen, und damit hat sie sich für die Weltmeisterschaften im August in Oulu, Finnland qualifiziert.

„Es ist schon ein wenig bekloppt – aber deswegen macht es auch so Spaß“, sagt Schramm. Auf der Bühne steht sie als „Lady Liberty“, das Kostüm aus einer amerikanischen Flagge hat die Oma einer Freundin genäht. Dann wirft sie sich, Luftgitarre in der Hand, zu einem Song von Striker, „We Don’t Play By The Rules“, ins Zeug.

Mit einem Kleinbus ist sie zur Deutschen Meisterschaft in Koblenz gefahren, die stolzen Eltern haben zugesehen und ihre Freunde. „Man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen, das ist ein ungeschriebenes Gesetz“, sagt die Marketingkauffrau. „Cool sieht man dabei nicht aus, und man muss sich richtig reinhängen und übertreiben.“

Das hat sie so wunderbar hinbekommen, dass die Jury sie zur besten der sechs Teilnehmer gekürt hat, im Koblenzer Circus Maximus vor über hundert Zuschauern. „Vor dem Auftritt war ich richtig aufgeregt. Aber wenn ich auf der Bühne stehe und die Musik angeht, dann bin ich in einer anderen Welt – ich hoffe, das wird in Finnland auch so.“

Denn bei der Weltmeisterschaft vom 27. bis zum 30. August sehen Tausende zu. Gewonnen hat die Obermenzingerin übrigens eine E-Gitarre. „Lady in Black“ kann ich, das hat nur drei Akkorde“, sagt Schramm. „In der Luft Gitarre zu spielen ist sehr viel einfacher.“

Bei der Weltmeisterschaft winkt eine gläserne E-Gitarre, „außerdem Ruhm und Ehre.“ Denn sonst schauen die Leute einfach blöd, wenn sie im Club noch wild auf ihrer Luftgitarre spielt, während die Musik längst aufgehört hat.

 

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