Ludwigsvorstadt Barockvioline für 15.000 Euro in S-Bahn verloren

15.000 Euro ist die Barockvioline nebst Koffer und Bogen wert. Umso glücklicher ist die Musikerin aus Hamburg, die sie erst in der S-Bahn verlor - und ein paar Tage später wieder zurückbekam. Foto: Bundespolizei

Als die 37-jährige Musikerin das wertvolle Instrument nicht zurückbekommt, erstattet sie Anzeige. Die Polizei findet die 15.000 Euro teure Geige schließlich in der Wohnung eines Reinigers. Der muss sich nun vor Gericht verantworten.

 

München - Eine 37-jährige Musikerin hat am 15. März gegen 22:35 Uhr ihre Barockvioline samt Bogen und Koffer in einer S-Bahn (Gesamtwert rund 15.000 Euro) liegengelassen. Die Hamburgerin war in Solln in den vorderen Wagon der S7 eingestiegen. Am Ostbahnhof bemerkte die Hamburgerin zunächst nicht, dass ein Zugteil der S-Bahn dort stehen bleiben würde. Als ein DB-Mitarbeiter sie darauf aufmerksam machte, wechselte sie schnell in den anderen Wagon, dann fuhr die S-Bahn ab.

Erst kurz vor Giesing war ihr bei der Weiterfahrt aufgefallen, dass sie ihr Musikinstrument beim übereilten Aufbruch gedankenlos in der Gepäckablage vergessen hatte. Anschließend versuchte sie über mehrere Tage verzweifelt, mit Freunden bei der Bahn und vor Ort aber auch mit einem Warnhinweis im Internet nach der wertvollen „Cobetti“-Violine und dem Ina-Keller-Barockbogen aus Schlangenholz zu suchen.

Am 18. März erstattete die Frau Anzeige bei der Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof. Nachdem die Beamten in den Folgetagen die in Frage kommende S-Bahn ausfindig gemacht und die Bilder der Videobilder gesichtet hatten, ermittelten sie einen Tatverdächtigen: Die Überwachungskamera hatte um 23:10 Uhr in der abgestellten S-Bahn einen 35-jährigen Reiniger aufgezeichnet, der eine Geigentasche auf dem Rücken trug und mit ihr die S-Bahn verlies.

Einen Tag später wurde der Mann ausfindig gemacht und die Barockvioline bei ihm zu Hause gefunden. Wie er angab, hatte er die Barockgeige zu Hause sichern und mangels Zeit erst etwas später zur Polizei beziehungsweise zum Fundbüro bringen wollen. Ihm sei nicht bewusst gewesen, welch hohen Wert die Violine hat. Der Mann aus Pasing muss sich nun wegen Fundunterschlagung verantworten; einen Finderlohn wird er nicht erhalten.

Die 37-Jährige musste ihren Aufenthalt in München, wo sie ein Kurz-Engagement hatte, wegen der Suche unerwartet verlängern und sich danach ein Ersatzinstrument besorgen. Sie hatte zudem bereits Geigenbauer und Musikgeschäfte im In- und Ausland über den Verlust informiert, da sie hoffte, dass das wertvolle Gerät jemanden angeboten würde.

Nachdem die Beamten zunächst auf dem Anrufbeantworter der Frau hinterlassen hatten, dass sie ihre Barockvioline abholen kann, rief sie umgehend zurück und bedankte sich laut Polizei persönlich für das Ermitteln des wertvollen, einmaligen und für sie unersetzlichen Einzelstücks: „Die Sache ist Gott sei Dank gut ausgegangen."

 

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