Ludwig Spaenle bleibt Chef Münchner CSU gibt sich harmonisch wie nie

Ludwig Spaenle bleibt Chef der Münchner CSU. Foto: Sven Hoppe/dpa

Ludwig Spaenle bleibt Chef der Münchner CSU. OB-Kandidatin Kristina Frank wird neue Stellvertreterin. Der neue Hauptgegner sind die Grünen.

 

München - Mei, was hat die Münchner CSU immer gestritten. Was auch immer die Vorderen offiziell redeten, in den Hinterzimmern strickte doch immer irgendwer an einer Intrige. Und 2019? Gibt sich die CSU geschlossen wie selten. Der Stadt-Parteitag gestern Abend im Hofbräukeller am Wiener Platz hat den Bezirkschef Ludwig Spaenle mit 89,5 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt. Jenen Spaenle, der nicht mehr Minister ist. Der nicht einmal mehr ein Landtagsmandat hat – und der 2018 als so angeschossen galt wie nie. In so einer Situation greift nach altem CSU-Gesetz eigentlich immer jemand aus der zweiten Reihe nach der Macht und organisiert den Umsturz.

Spaenle über CSU: "Wir sind die prägende Kraft Münchens"

Nicht diesmal. Angriffslustig wie man ihn kennt sagte Spaenle zur näher rückenden Kommunalwahl am 15. März 2020, bei der die CSU-OB-Kandidatin Kristina Frank den amtierenden SPD-OB Dieter Reiter ablösen soll: "Wir sind die prägende Kraft Münchens, machen ein Angebot für die politische Mitte dieser Stadt. Die Sozialdemokratie ist müde. Es ist an der Zeit, dass wir die Sozialdemokratie auf dem Weg in die Erholung begleiten." Spaenle will sich im Wahlkampf deutlich von der AfD absetzen. "Wir brauchen dieses braune Gesindel nicht", sagte er. Als neuen Hauptgegner hat die CSU die Grünen ausgemacht: "Die Grünen sind nichts anderes als die Partei der Besserverdiener, die Partei der Schönen und Reichen", ätzte Spaenle, "wir müssen die Grünen stellen." Und schloss: "Die CSU brennt für diese Stadt. Ich brenne für dieses München."

Markus Söder schwärmt von Kristina Frank

Der Parteitag wählte erstmals auch Kristina Frank in den Stadtvorstand - als eine der vier Stellvertreter Spaenles. Sie erreichte (83,3 Prozent; 65 Ja-, 13 Nein-Stimmen). Die OB-Kandidatin war ohne eine Kampfkandidatur angetreten, weil Friederike Steinberger aufhört und so ein Platz freigeworden ist. Ministerpräsident Markus Söder, der wegen der Sommerhitze im schwarzen Polo kam, schwärmte in seiner Rede: „Liebe Kristina, du machst nicht nur eine tolle Figur, sondern auch großartige Arbeit. Es ist völlig offen, wie diese Wahl ausgeht. Mit ein bisschen Glück, wenn man die erste Hürde in die Stichwahl schafft, ist alles möglich. München hat eine Zukunft verdient und das bist du.“

„Mit Kristina Franks Wahl machen wir deutlich, dass sie auch innerhalb der CSU zu den absoluten Führungspersönlichkeiten gehört“, sagte Justizminister Georg Eisenreich, der sein Stellvertreteramt behält. Er wurde mit 92,3 Prozent wiedergewählt. Ebenso wie Evelyne Menges, die 84,6 Prozent der Stimmen erreichte.

Seinen Stellvertreter-Posten behält auch Ex-Bürgermeister Josef Schmid, der im Herbst aus dem Rathaus in den Landtag gewechselt ist. Er erreichte nur noch 77 Prozent. Schmid hatte im Vorfeld betont, seine Wiederwahl sei auch ein Symbol dafür, dass die CSU (auch nach dem Abgang des Sozialpolitikers Marian Offman, der im Stadtrat zur SPD gewechselt ist) keinen Rechtskurs anstrebe: „Meine Wahl ist ein Zeichen, dass wir weiter die liberale Großstadt-Partei sind.“ Einige in den eigenen Reihen, so ist aus der CSU zu hören, verübeln ihm allerdings, dass der den Posten als Münchner Bürgermeister freiwillig verlassen hat - "für einen Posten im Maximilianeum". Für so etwas werde man auch schon mal "bei internen Wahlen abgestraft".

 

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