Lokalsport Munich Cowboys: Der letzte Kick Off?

Alexander Scholz und seine Cowboys (gelbe Trikots) stellen Franken Knight Daniel Barnes. Foto: sampics/Augenklick

Showdown für die Footballer der Munich Cowboys. Nach einer verkorkster Saison kämpfen die schweren Jungs in der Relegation um den Klassenerhalt – und ums Überleben.

MÜNCHEN Die Munich Cowboys gewinnen den German Bowl. 16 Jahre ist es her, dass man diese Schlagzeile lesen konnte. Eine glorreiche Zeit für den Verein: 10000 Fans feierten damals den Sieg über die Cologne Crocodiles im Olympia-Reitstadion in Riem. Heute ist das Bild ein anderes: der Verein kämpft um jeden Zuschauer und kann den Spielbetrieb gerade so finanzieren. Und jetzt auch noch das: Es droht der Abstieg in Liga zwei, der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.

Im heutigen entscheidenden Relegationsspiel gegen die Franken Knights kämpfen die Cowboys also ums Überleben. Das Hinspiel konnte die Mannschaft um Headcoach John Rosenberg zwar mit 28:24 für sich entscheiden, doch die Knights aus Rothenburg sind seit drei Jahren zu Hause ungeschlagen und müssen mit nur fünf Punkten Vorsprung gewinnen.

Es wäre der dritte Abstieg innerhalb von sieben Jahren – und wohl das Aus für den Münchner Football. Einer will das allerdings mit allen Mitteln verhindern: Cowboys Präsident Werner Maier versucht den Verein auch nach einem möglichen Abstieg am Leben zu erhalten. Drei Faktoren entscheiden über das Bestehen des Vereins. Die AZ nennt die Baustellen des Präsidenten:

Der Trainer

Von der jahrzehntelangen, internationalen Erfahrung des Amerikaners kann jedes Team profitieren. Doch ob Rosenberg auch im Falle eines Abstiegs zu halten ist, steht in den Sternen: „Wir würden gerne mit ihm weiterarbeiten, aber John hat sich noch nicht entschieden. Wir haben ihm eine Frist bis Oktober gegeben“, erklärt Maier. „Es gibt auch schon einige andere Bewerber, aber unser Wunschkandidat ist und bleibt Rosenberg."

Die Mannschaft

Beim letzten Abstieg 2006 brach die Mannschaft fast komplett auseinander. Der Präsident befürchtet dieses Mal ein ähnliches Szenario: „Der eine oder andere wird sich sich ernsthafte Gedanken machen, denn kaum einer aus der Mannschaft hat Lust, in der Zweiten Liga zu spielen. Für einige Spieler haben wir auch schon Angebote bekommen.“ Maiers Aufgabe: die Mannschaft zusammenzuhalten.

Die Sponsoren

Das sechstellige Budget der Cowboys ist knallhart kalkuliert. Jeder Sponsor, der abspringt, reißt ein tiefes Loch in den Haushalt der Cowboys. „Wir haben einen Stamm von zehn Partnern. Davon haben bereits fünf ihre Zusage für eine Zweitligasaison gegeben. Ich bin optimistisch, dass der Rest folgen wird“, so Maier. „Auch bei einem Abstieg müssten wir wirtschaftlich nicht einpacken.“

Fragt sich nur, ob sich dann nur eine Mannnschaft findet. Das Beste also wäre: Dass die Cowboys durch einen Sieg die Misere noch abzuwenden wissen.

Mathis Broelmann

 

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