Lokalpolitiker sauer S-Bahnhof Solln: Ärger um neuen Fußgänger-Steg

Die neue Konstruktion ist nicht barrierefrei, das ärgert viele im Viertel. Foto: Sigi Müller

Der lang ersehnte Fußgänger-Steg am S-Bahnhof Solln soll vor den Sommerferien geöffnet werden, aber ohne Extra-Rampe für Rollkoffer und Fahrräder.

 

Solln - Der Lokalpolitiker ist sauer: "Das ist doch ein Schildbürgerstreich!", schimpft Reinhold Wirthl von der CSU. Er ist Verkehrsexperte im Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. Wie viele Bürger wartet er sehnlich auf die Öffnung des neuen Fußgängerstegs zu den Gleisen.

"Die Bahn kommt nicht in die Hufe. Der Steg sieht fertig aus, ist aber nach sieben Monaten immer noch nicht begehbar. Ein, zwei Bauarbeiter sind mal da, aber die gehen dann wieder", hat er beobachtet.

BA-Chef Weidinger: "Behindertengerecht ist der neue Steg auch nicht"

In Wirthls Sollner Freundeskreis kursiert schon der Spruch "Die üben noch" über die von ihnen wahrgenommene Unprofessionalität beim Bau dieser schmalen Stahlbeton-Brücke zum Gleis. Eine Bahnsprecherin informiert, den Fußgängersteg noch vor den Sommerferien eröffnen zu wollen. Es fehlten nur Abdichtungsarbeiten.

Selbst dann ist der 70-jährige Reinhold Wirthl nicht zufrieden. "Seit 2011 wollen wir, auch ältere Sollner, eine Überdachung für den neuen Steg und Extra-Rampen für Rollkoffer und Fahrräder. Doch die Bahn hat das abgelehnt. Das ist unschön", findet Wirthl.

BA-Chef Ludwig Weidinger (CSU) äußert sich genauso verärgert: "Dass das ewig dauert, versteht man nicht. Behindertengerecht ist der neue Steg auch nicht. Warum hat die Bahn für Mütter mit Kinderwagen bitte keinen Aufzug geplant?"

Vor allem junge Leute laufen gerade einfach direkt über die Gleise

Die Deutsche Bahn dazu: "Da es sich bei der Baumaßnahme, die aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde, um einen Ersatz des Bestandsbauwerkes handelt, konnten eine Überdachung oder andere neue Extras nicht finanziert werden."

Nicht nur Rollstuhlfahrer, alle, die in Solln mit der S-Bahn fahren möchten, müssen seit November 2019 den 150-Meter-Umweg über die Unterführung Friedastraße zum Gleis laufen. Erst dann können sie in die S-Bahn steigen. Beim Rückweg wird erneut der 150-Meter-Umweg durch die Unterführung fällig.

Das nervt vor allem Jugendliche, die morgens Zeitdruck haben: "Es gibt dynamische und unvorsichtige Menschen, die seit einem halben Jahr einfach über die Gleise laufen", hat nicht nur der Lokalpolitiker beobachtet.

Der Fernsehsender Sat. 1 habe das dokumentiert und auch Interviews gemacht. Rentner Wirthl empört sich: "Die Bahn hat bisher furchtbares Glück gehabt, dass nichts passiert ist. Die Bahn trägt die Verantwortung. Das muss endlich aufhören."

 

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