Lokales Weniger Risiken bei Herz-Operationen

Professor Theodor Fischlein (links), Chefarzt der Herzchirurgie und Dr. Günter Niklewski, Mitglied der Klinikumsleitung, zeigen die neuen Klappen-Prothesen. Im Herz-Modell sieht man, was sie nahtlos ersetzen würde: [BU]Der weiße „Kreis“ links oben ist die Aortaklappe. Foto: Berny Meyer

Neue Herzklappen-Prothese: Die weltweit neue Technologie gibt es nur in Nürnberg, Paris und Hannover!

 

NÜRNBERG Ist die Herzklappe verkalkt, muss meist eine neue eingesetzt werden. Trotz hochmoderner Technik kann es bei jeder Herz-Operation zu Komplikationen kommen. Betroffen sind meist ältere Menschen ab 65. Je älter der Patient, desto mehr steigt aufgrund von Begleiterkrankungen oder schlechtem Allgemeinzustand das Risiko, dass bei der OP etwas schief geht. Eine Weltneuheit im Bereich Herzklappenchirurgie soll mögliche Gefahren nun minimieren.

Das Nürnberger Südklinikum ist eine von nur drei Kliniken weltweit, an denen die neue Technologie jetzt im Rahmen einer klinischen Studie zum Einsatz kommt. Die anderen beiden Kliniken befinden sich in Paris und Hannover.

Fast 400 Herzklappen-OPs am Südklinikum pro Jahr

Das Besondere an der neuen Aortaklappenprothese: Sie kann ohne Nähte fixiert werden! Der Vorteil für den Patienten: Die kritische Zeit, in der die neue Klappe eingesetzt wird und in der er an der Herz-Lungen-Maschine angeschlossen ist, verkürzt sich von 45 auf rund 20 Minuten. Die Klappe verankert sich mit ihrem Metallgehäuse quasi von selbst in der Herzwand. „Je kürzer die OP-Zeit, desto geringer die Risiken“, erklärt Prof. Dr. Theodor Fischlein, Chefarzt der Herzchirurgie.

Fischlein war anfangs nicht überzeugt von der neuen Technologie: „Als ich die Klappe das erste Mal gesehen habe, war ich nicht sicher, ob das gut hält“, gibt er unverblümt zu. Doch die ersten beiden Operationen der letzten drei Wochen haben gezeigt: „Die Klappen halten. Wir haben nur noch keine Langzeiterfahrung.“

Fast 400 Herzklappen werden am Südklinikum jährlich operiert. Die Zahl der Herzpatienten steigt. Auf dem Klinikgelände in Langwasser entsteht derzeit für 20 Millionen Euro ein hochmodernes Herz-Zentrum, das Ende des Jahres in Betrieb gehen soll.. „Im Angebot an medizinischen Verfahren wollen wir weiter in der obersten Spielklasse mitspielen“, so Dr. Günter Niklewski, Mitglied der Klinikumsleitung.mp

 

0 Kommentare