Lokales VAG: Der Streik kann jederzeit beginnen!

Alle Räder stehen still, wenn der DBB es will..? Wie im Februar 2009 könnten die Straßenbahnen bald im Depot bleiben. Foto: dpa

Die Gewerkschaft DBB kündigt Maßnahmen an, aber will darüber nur „kurzfristig informieren“

 

NÜRNBERG Die schlimmsten Befürchtungen der VAG und ihrer Kunden werden wahr: Ausgerechnet wenn die Schulferien enden (13. September), und das Altstadtfest startet (16. September), will die Gewerkschaft DBB unseren öffentlichen Nahverkehr bestreiken!

98,7 Prozent der DBB-Mitglieder haben sich in einer Urabstimmung für den Arbeitskampf ausgesprochen. Wie viele Nürnberger VAGler tatsächlich im DBB organisiert sind, will Verhandlungsführer Willi Russ nicht verraten – bayernweit sind es aber nur 1000 von 6500 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr. Auf Nürnberg übertragen wären es bei insgesamt 1800 VAGlern keine 300.

ver.di hat kein Verständnis

Unverständnis daher bei der in ver.di organisierten Mehrheit, die das Arbeitnehmerangebot einer Lohnerhöhung um 3,5 Prozent akzeptiert hat: Der Verhandlungsführer von ver.di, Frank Riegler, wirft den ehemaligen Partnern vom DBB „gezielte Provokation“ vor. Der Konkurrenz gehe es um einen „exemplarischen Konflikt“ und nicht um die Interessen der Beschäftigten.

Der DBB beharrt auf seinen Forderungen nach 5 Prozent mehr Lohn und einer Ausweitung der Nachtschicht-Zulage. Schon für die nächsten Tage kündigt DBB-Boss Russ erste „Ad-hoc–Maßnahmen“ an, die Fahrgäste sollen nur kurzfristig informiert werden. Die Streiks darüber hinaus sollen dann „längerfristig angekündigt“ werden. Das gebe der VAG Zeit zu reagieren, wenn die heiße Phase eintritt. Wann es soweit ist, bleibt aber völlig unklar.

Steffen Windschall

 

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