Lokales UFOs über Nürnberg: Was war da los an unserem Himmel?

Ein echtes Zeugnis für Außerirdische über Nürnberg oder nur eine Fehldeutung? Der Holzschnitt des Künstlers Hans Glaser aus dem Jahr 1561. Foto: dpa

Zeigt ein über 450 Jahre alter Holzschnitt die Landung von Außerirdischen? Experten streiten über die Bedeutung des Kunstwerks.

NÜRNBERG Besuchten vor 450 Jahren Außerirdische Nürnberg? Diese Theorie gewinnt in einschlägigen Internet-Foren immer mehr Anhänger. Sie beziehen sich auf einen Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert von Hans Glaser. Der Künstler hat festgehalten, was viele Nürnberger am 14. April 1561 gesehen haben wollen. Unzählige Kugeln, Scheiben und Sicheln umkreisen auf dem Holzschnitt die Sonne am Himmel über der Stadt. Ufologen glauben an eine Alien-Landung in Nürnberg.

Der Künstler selbst berichtet auf einem alten Flugblatt von dem Ereignis. Demnach wurden die vermeintlichen Ufos „von vielen Manns und Weybspersonen“ gesehen. Es waren „Kugeln“ von blutroter, bläulicher und schwarzer Farbe – oder „Ringscheyben“ in großer Anzahl in der Nähe der Sonne, sowie „etlich blutfarbe Creutz“.

Für die Menschen damals war klar: Es konnte sich dabei nur um eine göttliche Warnung handeln, nicht vom Glauben abzufallen. Ganz anders deuten die Ufologen den Holzschnitt. In den Internet-Foren ist von fliegenden Untertassen die Rede, von Mutterschiffen, die die kleineren Untertassen transportierten und von richtiggehenden Schlachten zwischen den Ufos. Kommen die Ufos jetzt etwa bald zurück?

„Davon kann man nicht ausgehen“, meint Ufologe Werner Walter. Die meisten Ufo-Sichtungen seien auch ein Modegag. Gerade vor Weihnachten würden die Ufo-Sichtungen massiv zunehmen. „Da schicken ganz viele Menschen Himmelslaternen hoch.“

Den Holzschnitt kann man aber auch wissenschaftlich erklären: Es handelt sich wohl um „Halos“. Zur Erklärung: Wenn der Mond umgangssprachlich einen „Hof“ hat, ist das nichts anderes als ein Halo, ein bunter Lichtring. Die „Ufos“ könnten Lichtreflexe darstellen, der schwarze Speer einen Kometen. Doch Rätsel bleiben: Denn derartige Naturphänomene treten selten zugleich auf...

 

0 Kommentare