Lokales Top-Secret! Playmobil-Agenten erobern die Kinderzimmer

Die Top-Agenten mit ihrem coolen Spionage-Rennwagen sind die Favoriten vieler Jungs. Wer lieber in die Luft geht, hat seinen Spaß an den Flugzeugen, die sich bequem an den Gürtel stecken lassen. Foto: abendzeitung

Zur Spielwarenmesse präsentiert das Unternehmen die aktuellen Spielzeug-Hits aus Zirndorf. Die Brandstätter Gruppe steigert ihren Umsatz auf über eine halbe Milliarde Euro

 

ZIRNDORF Klein, aber oho – seit 35 Jahren erobern 7,5 Zentimeter große Plastikfiguren die Kinderzimmer. Sogar bis in den Pariser Louvre haben es die weltbekannten SpielzeugMännchen schon geschafft: „Es war einmal Playmobil“ – unter diesem Motto ist die Miniatur-Welt aus Kunststoff in der Ausstellung „Il était une fois Playmobil" noch bis zum 9. Mai im berühmtesten Museum der Welt zu bestaunen.

Ihren ersten großen Auftritt hatten die Plastikfiguren aus Franken schon während der Spielwarenmesse 1974 - der Geburtsstunde von Playmobil. Heute bevölkern 2,3 Milliarden die Kinderzimmer weltweit. 100 Millionen neue Figuren kamen allein 2009 hinzu, 23.000 Tonnen Kunststoff verwandelte der Branchen-Primus aus Zirndorf in Spielfiguren und Spielwelten.

„Die Ideen kommen auch von den Kindern selbst"

Von der Idee bis zur fertigen Verkaufspackung ist es ein langer Weg – im Durchschnitt vergehen drei Jahre. „Bei unserer Neuheit Top-Agents ging es relativ flott, da waren es nur zwei Jahre. 2008 kam der Gedanke auf, ab August 2010 ist das Spy-Team schon in den Läden", so Axel Schmitz, Vertriebsleiter für Zentraleuropa.

Am Anfang jedes Produkts steht erstmal die Theorie. „Die Ideen kommen auch von den Kindern selbst", sagt Playmobil-Geschäftsführerin Andrea Schauer. Die Plastikfiguren haben eine große Fangemeinde und bekommen täglich Post mit neuen Vorschlägen. In der Playmobil-Entwicklungsabteilung lassen etwa 60 kreative Köpfe mithilfe von 3D-Simulationen am Computer erste Entwürfe entstehen.

Doch die spannendste Phase kommt, wenn die Entscheidung für den Invest in die notwendigen Spritzformen ansteht. Bei weitem nicht immer lassen sich die Handmuster testen. Also bleibt die Entscheidung für den Bau entsprechender Formen immer ein unternehmerisches Wagnis. 22 Millionen Euro will Playmobil für diese heuer ausgeben, 34 Millionen sind für weitere Investitionen in die Produktionsstätten Dietenhofen und Malta geplant.

Das Endprodukt sind Spielwelten, die Jungen und Mädchen begeistern und gleichzeitig durch spielerisches Lernen Kreativität und Fantasie wecken. Für jeden der mehr als 250 Artikel der aktuellen Playmobil-Produktpalette sind Sicherheit und Qualität enorm wichtig, so die Philosophie von Unternehmens-Inhaber Horst Brandstätter.

Jedes Jahr 90 Neuheiten

„Jeden Tag entstehen in Dietenhofen auf mehr als 400 Spritzmaschinen sieben Millionen Teile", sagt der Kaufmännische Geschäftsführer Steffen Höpfer. „Damit produzieren wir zu 60 Prozent in Mittelfranken." Trotz der Insolvenz des Großabnehmers Quelle feiert der Branchen-Primus aus Zirndorf bereits das zehnte Jahr in Folge ein Umsatzplus: Von 2008 auf 2009 stieg der weltweite Umsatz um fünf Prozent von 452 auf 474 Millionen Euro. Playmobil ist weiterhin ein überaus beliebter Klassiker: Vier Artikel schafften es unter die Top-Ten der meistverkauften Spielzeuge in Deutschland 2009.

Für Playmobil kein Grund, sich auszuruhen. „Wir wollen das Bestmögliche herausholen und arbeiten bereits an neuen Produkten für 2013“, sagt Andrea Schauer.

Jedes Jahr bringt die Nummer eins der deutschen Spielwarenhersteller etwa 90 Neuheiten auf den Markt, „2010 sind es sogar 99 Artikel“, erklärt Andrea Schauer stolz.

Gute Nachricht: Die Preise sollen heuer stabil bleiben. „Wir haben langfristige Verträge schließen können“, freut sich Schauer.

Das sind die neuen Playmobil-Höhepunkte 2010:

Seit Ende Januar ist Spielspaß grenzenlos. Denn die neuen Mitnehm-Fahrzeuge „Click & Go" sind an jedem Ort einsatzbereit. Mit wenigen Handgriffen entstehen Düsenflieger, Pick-Up oder Rennboot – und der Spielspaß startet. Ein „Click" und die Fahrzeuge lassen sich kompakt zusammenschieben und am Rucksack oder Gürtel festschnallen.

Ab Mitte April steigen die Temperaturen im Playmobil-Land rapide an. Bisher mussten die Figuren in Hemd und Hose baden, doch damit ist nun Schluss: Zum Start der Freibadsaison taucht die Playmobil-Familie in Bikini und Badehose auf. Das Freibad mit Rutsche lässt sich sogar mit Wasser befüllen!

Mitte August startet der Spionage-Angriff der Top Agents. Verdeckte Ermittler rasen durch die Kinderzimmer. Der Clou: Im Cockpit des ferngesteuerten Agenten-Rennwagens ist eine Kamera versteckt. Sie liefert den Nachwuchs-Spionen Fotomaterial für ihre geheimen Missionen. Etwa 129 Euro wird der Agenten-Flitzer mit Fernsteuerung und Überwachungsauge kosten.

Ende August werden mit dem großen Puppenhaus Mädchenträume wahr. Der neu präsentierte Klassiker lädt mit seinen sieben Zimmern zu stundenlangem Spielvergnügen. In der detailgetreuen Küche lässt sich zum Beispiel Omas Lieblingskuchen backen, oder im liebevoll eingerichteten Kinderzimmer mit den Meerschweinchen toben.

Im September geht mit der neuen Großen Löwenritterburg ein Playmobil-Klassiker in die Verteidigung. Tolle neue Funktionen wie das Doppelburgtor mit Steinschütt oder der Schatzaufzug im Turm bereichern das Abenteuer-Spiel. Da heißt es aufgepasst, denn die Raubritter sind im Anmarsch!S.Schaller

 

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