Lokales Tierschützer fordern: Flocke muss in Nürnberg bleiben!

Zum Abschied ein leises „Servus“? Flocke soll mit Kumpel Rasputin dieser Tage ans Mittelmeer überführt werden – PETA will den Umzug verhindern. Foto: News5

Die Tierrechtler von PETA machen mobil gegen den Umzug des Eisbären-Mädchens ans Mittelmeer und wettern gegen den Nürnberger Tiergarten. Vize-Chef Mägdefrau ist empört über die "böswilligen Unterstellungen"

 

NÜRNBERG „Stress und Leiden pur“ oder eine gemütliche Reise gen Süden? Perverses „Tier-Disneyland“ oder artgerechte Unterbringung? Unser Eisbären-Mädchen Flocke und Spielkamerad Rasputin werden dieser Tage Nürnberg verlassen. Die Reise führt die beiden in den Zoo „Marineland“ im südfranzösischen Antibes, wo sie für Nachwuchs sorgen sollen. Flockes Mama Vera soll derweil in Nürnberg mit Heimkehrer Felix Flocke-Geschwister produzieren.

Die Tierrechts-Organisation „Peta“ wettert nun heftigst gegen den Umzug: Die Eisbären würden „während und noch lange nach einem Umzug unter erheblichem Transportstress leiden“ und womöglich „bleibende Schäden davontragen“. Zudem hegen die PETA-Aktivisten „erhebliche Zweifel an den angeblich guten Haltungsbedingungen“ im „Marineland“ – der Zoo sei „eine Art Disneyland“, bemängelt PETA-Mann: „Wie kann eine nach eigenen Angaben wissenschaftlich geführte Einrichtung wie der Zoo Nürnberg seine Eisbären dorthin abschieben?“

„Wer keine Ahnung hat, soll den Mund halten“

Nürnbergs Tiergarten-Vize Helmut Mägdefrau ist empört: „Wer keine Ahnung hat, soll den Mund halten!“ Diese Art „böswilliger Unterstellungen“ sei „typisch für diese Leute“. Vor allem stößt Mägdefrau das PETA-Resümee für Flockes und Rasputins Reise sauer auf: „Stress und Leiden pur für die ohnehin bereits verhaltensgestörte Flocke!“ Dass die Eisbären-Handaufzucht „verhaltensgestört“ sei, und der Nürnberger Tiergarten dafür verantwortlich sei, hält Mägdefrau für eine „üble Behauptung“: Flockes Verhalten gebe keinen Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil: Als man Kumpel Rasputin in ihr Gehege gebracht hat, habe sie sich „artgerecht“ verhalten.

Den Fahrt an die Côte d’Azure hält Mägdefrau für „unproblematisch“: Schon seit Wochen würden Flocke und Rasputin an die Transportkäfige gewöhnt, in die sie mittlerweile gerne und freiwillig kriechen. Die Lkw-Fahrt ans Mittelmeer dauere 14 Stunden, nach einer Nachtreise seien die beiden schon Ziel.

Wo es ihnen – widerspricht Mägdefrau auch in diesem Punkt PETA – hervorragend ginge: „Ob der Zoo in Antibes eine wissenschaftliche oder kommerzielle Einrichtung ist, spielt keine Rolle. Wir waren vor Ort und wissen, dass die Einrichtung gut ist.“

Steffen Windschall

 

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